Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)
Posted by Antje Kröger Photographie on März 12 2026, in Mensch
Die Hüften sind breit, die Haut marmoriert von Striemen, von Zeit. Das Fettgewebe legt sich weich über den Beckenknochen. Die Haut fällt in tiefen Falten an den Oberschenkeln, an den Hüften, am Bauch. Aufgezeichnete Jahre, aufgezeichnetes Gewicht, aufgezeichnetes Leben.
Das Gesäß groß, rund, schwer. Es fällt nach unten, folgt der Schwerkraft. Der Rücken breit, fleischig, die Schulterblätter zeichnen sich ab und verschwinden fast in der Masse. Über dem Kopf hängen die Haare, lang und dick, an einer Wäscheleine befestigt mit Wäscheklammern zwischen Blumen und Glas. Ein Wechsel zwischen Schwerkraft und Zug.
Die Brüste groß, hängend, natürlich. Sie fallen, die Brustwarzen zeigen nach unten, Adern zeichnen sich ab, das Blut wird hindurchgepumpt. Der Bauch groß, rund, weit, er fällt nach vorne und nach unten, die Haut glatt oben, rauer nach unten hin. An den Seiten, unter den Achseln, hängt das Fleisch in sanften Wülsten. Die Haut hat Falten, Dehnungsstreifen. Der Hals ist dick, kurz.
Die Oberschenkel massiv, innen einander berührend, von tiefen Einschnitten durchzogen, die die Haut in Felder teilen wie alte Landkarten. Manche Falten tief, manche flacher, als hätte das Gewicht sich ungleich verteilt über die Zeit. An der Innenseite eine dunklere Stelle, eine Verfärbung, ein Mal.
Das Licht fällt von links oben, hart und direkt. Es modelliert den Körper plastisch, fast skulptural. Er wirft Schatten auf sich selbst.
Die Schwere ist im Körper. In den Beinen, im Rücken, im Gesäß. Sie ist Fleisch, sie ist Masse, sie ist Gewicht.















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