Scheinbarkeit
Posted by Antje Kröger Photographie on Juli 09 2026, in Mensch
Nietzsche, Friedrich: Der Antichrist. Fluch auf das Christentum
... er blieb der Gott der Winkel, der Gott aller dunklen Ecken und Stellen, aller ungesunden Quartiere der ganzen Welt!... Sein Weltreich ist nach wie vor ein Unterwelts-Reich, ein Hospital, ein souterrain-Reich, ein Ghetto-Reich...
Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken. Nietzsche auf den Ohren, beruhigt, dass ihn der Weise aus Königsberg (für all die Unwissenden: Kant) genauso langweilt. Sowieso. Das Leid als Lebensmaxime. Tausend Mal nährender als der kategorische Imperativ. Und was bringt dein GUTSEIN? Gut bedingt Böse. Immer. Über die Dualität schon oft ausgelassen. Bis es aus den Ohren quillt. Bis es der in der letzten Reihe verstanden hat. Der Wille will nicht mehr. Die Stäbe des Käfigs aufgeweicht. Alle Gefangenen flüchten. Suchen einen Platz. Irren umher. Das Irren als die neue Lust am Leben. Wohin irrt es sich am nachhaltigsten?










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