Skip to Content
Zeit-nah(t) – Part III
Zeit-nah(t)3-fotokunst-antjekroeger

Zeit-nah(t) – Part III

Die Zeit ist heruntergefallen, und sie ist rot. Sie liegt auf dem Teppich, breitet sich aus wie ein sanfter Schimmer. Der Teppich, tiefrot und fest, verankert die Minuten im Hier und Jetzt. In der Mitte des Raumes ruht ein Thron, ebenfalls rot, mit Polstern, die Geschichten erzählen. Er atmet Stille, während die Zeit sich ausdehnt.
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part II
Zeit-nah(t)2-fotokunst-antjekroeger

Zeit-nah(t) – Part II

Im engen Raumbrennt ein Sternunter kaltem Licht,funkelt gegen Dachschrägen. Rot peitscht durch die Adern,doch die Kälte schneidet tiefer.Es schneit durch die Luke,das Weiß legt sichnur auf die Haare,die Haut bleibt nacktwie ein offener Nerv. Zart krallt sich an Wände,hart schlägt der Atem.Energie zuckt, zwart, ein Funke ohne Halt,verheddert in der eigenen Existenz. Der Stern hängt […]
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part I
Zeit-nah(t)-fotokunst-antjekroeger

Zeit-nah(t) – Part I

PROLOG DAS FÜRCHTEN NICHT UND NIE DAS WÜNSCHENdarf mir abhanden kommen, auch mein täglich sterben nichtdas seellos süchtig sein auf keinen fallnur hirnlos reimen wie ein wicht muß beendet werden da ist ein gott und setzt sich zwischen alle stühleer sieht genauso aus wie ich mich fühle Aus: Thomas Brasch, Wer durch mein Leben will, […]
24. Februar 2025
Wind of Abriss
wind of abriss-fotokunst-antjekroeger

Wind of Abriss

Diese Räume haben gespürt, gerochen, gelebt, gefeiert, getrauert, gehadert, beherbergt, sich verändert, boten Schutz, zerfielen, waren Wohnraum, Unterschlupf, Schlafstätte, Atelier, Fahrradgarage, Wohngemeinschaft, Familienresidenz. Und noch so viel mehr. Sie erlebten zwei Weltkriege, mehrere politische Umwälzungen, Zuzug und Wegzug, Zerstörung, Umgestaltung. Sie wechselten die Farben, auf ihren Wänden stapeln sich die Schichten der Jahre. Über ein Jahrhundert Raumgeschichten. Menschen kamen und gingen, wurden gezeugt, geboren und starben in den Räumen, sie lebten, liebten, hassten, schmiedeten Pläne, vegetierten, froren, tranken, rauchten, aßen, kopulierten, trauerten, diskutierten, fügten sich Schmerzen zu, schlugen sich, ruhten.
24. Februar 2025
Schatten-Schnee-ling
schatten-schnee-LING-fotokunst-antjekroeger

Schatten-Schnee-ling

Winter liegt trüb über der Stadt, ein Mantel aus Schnee, der die Dächer bedeckt und die Gassen in Blässe hüllt. Die Fenster der alten Häuser stehen schief in ihren Rahmen, die Scheiben gefroren. Draußen, jenseits der Glasscheiben, recken sich die Dächer gen Himmel, die Simse beugen sich unter der weißen Last. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Ritzen. Die Fenster gleichen toten Augen, leere Blicke in einer Welt aus erstarrtem Frost. Die Stadt friert. Die Stadt hat Sorgen. Sie atmet aus. Sie stöhnt. Sie lächelt gequält. Der Wind kommt von Ost. Bringt nichts. Nimmt nichts.
15. Februar 2025
Hunderte protestieren, Tausende shoppen: Ein antifaschistischer Samstag in Leipzig
anti-afd-demo-leipzig-0802

Hunderte protestieren, Tausende shoppen: Ein antifaschistischer Samstag in Leipzig

Naschmarkt also heute in antifaschistischem Kostüm. Warum aber? In der Alten Handelsbörse findet eine Wahlkampfveranstaltung der AfD mit Cheffe Tino Chrupalla statt. Knapp tausend Menschen demonstrieren deshalb rundherum um diese Veranstaltung. Alerta, Alerta. Auch ich drehe meine Runden. Als Antifaschistin, natürlich. Als Fotografin, auch natürlich. Ich treffe die Omas gegen Rechts, sehr junge Antifaschistinnen, Kermit den Frosch und so viele andere.
8. Februar 2025
Leipzig, Winter. Korn und Kälte. // Stralsund, Winter. Licht und Leere.
9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend // Leipzig

Leipzig, Winter. Korn und Kälte. // Stralsund, Winter. Licht und Leere.

Die Kälte ist da, scharfkantig, aber die Sonne bricht durch. Stralsund glänzt im Winterlicht, als hätte jemand eine dünne Schicht Glasur über die Gassen gezogen. Ich laufe los, ein paar Stunden in einer Stadt, die ich kenne, aber nicht wirklich. Zwei Jahrzehnte flüchtiger Begegnungen, Momente, die aufeinanderschichten wie die Backsteine der Giebelhäuser. Die wenigen Touristen, die sich im Winter hierher verirren, ziehen Richtung Hafen, als wäre das die einzige Richtung, die eine Stadt wie diese zulässt. Ich gehe nicht mit. Der Hafen kann warten, der Hafen kann ohne mich. Die Straßen sind leer, bis auf ein paar Einheimische, die mit eingezogenen Schultern durch das Licht hasten. Jeder Schritt ein Echo auf dem Kopfsteinpflaster. Die langen Schatten dehnen sich, verzerren sich, als wollten sie die Stadt überziehen.
7. Februar 2025
Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen
lieber-rot-als-tot-ausrufezeichen-fotokunst-antjekroeger

Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen

Kapitalismuskritik? Absolutely! Ein kritischer Blick auf Körperbilder und die politisch-moralischen Verquickungen, die mit ihnen einhergehen? Oh ja! Die Frau im Wechsel ihrer Jahre, dem Tode angeblich näher als dem Leben? Oh nein, es geht nicht dem Ende entgegen, es geht nur woanders entlang.
2. Februar 2025
Erstarrt, gezurrt, gehängt

Erstarrt, gezurrt, gehängt

Ohne die Hässlichkeit keine Sicht auf Schönheit. Ohne den Abgrund kein Wissen um den Aufstieg, ohne den Schmerz kein Vergnügen, ohne fest kein weich, ohne fest kein lose, ohne fest keine Befreiung. Die Hässlichkeit hat schöne Momente, die Schönheit durchaus ziemlich hässliche Aspekte.
29. Januar 2025
Haarlinien
haarlinien-fotoworkshop-du-bist-schön

Haarlinien

Der Kamm schiebt sich voran, löst Knoten wie unsichtbare Sünden. Es ist nicht nur das Haar, das er ordnet – es ist die Scham, die sich in den Tiefen versteckt. Es ist die Erinnerung an Berührung, vergangen, doch nicht verblasst. Er zieht Linien, feine, vergängliche Pfade in die Fülle, wie ein Stummer, der Geheimnisse ordnet, […]
27. Januar 2025