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zer-SCHRITTEn

Manchmal schlafen zart und hart ganz dicht nebeneinander. Manchmal zerreißt ein Raum, um erst recht seine Schönheit zu entfalten. Manchmal greifen die wilden Flammen um sich, um verbrannte Erde zu hinterlassen. Manchmal gerät die Melodie einfach aus dem Takt. Manchmal steht es auf einmal Spitz auf Knopf. Manchmal bleibt dann ein Herz einfach stehn. Manchmal ist das Gestern traurig, das Morgen aber noch viel mehr. Manchmal schwimmt das „Es war einmal …“ im Tränenmeer. Manchmal ist das Jetzt ergeben und langweilig. Manchmal braucht das Pflänzchen eine Vision. Manchmal will das Beil nur Blut sehn. Manchmal kämpft sich die Kraft wieder heraus auf dem zerrissenen Mantel. Manchmal passt sich das Schuhwerk an die geschundenen Füße an. Manchmal springt das Licht durch die Decke. Manchmal erstickt der Schatten im Keim. Manchmal zieht sich die Schlinge fest um den Hals. Manchmal lacht das vibrierende Blatt der Säge. Manchmal hat alles mit allem zu tun. Manchmal hat sie das einfach vergessen.
26. Januar 2025
Antifaschistinnen in Riesa gegen die Kälte der Zeit
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Antifaschistinnen in Riesa gegen die Kälte der Zeit

Ich kenne Riesa von den Zündhölzern. Vor allem. Und von Großmutters Einkaufstouren, noch in den Tiefen der DDR. Und ich kenne den Bahnhof von Riesa von den Durchfahrten nach Dresden oder Richtung Prag. An diesem Tag, am Anfang des 25. Jahres dieses Jahrhunderts und Jahrtausends, lernte ich Riesa aus der Perspektive von Zehntausenden Antifaschistinnen kennen.
11. Januar 2025
9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend – Zwischen Platte und Poesie
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9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend – Zwischen Platte und Poesie

Drei Jahre (2022, 2023, 2024), 1692 analoge Fotografien, mehrere tausend Zugkilometer. Alles war mehr Zufall als geplant. Seit vielen Jahren fuhr ich schon mit dem Zug, zuerst durch Deutschland, später auch durch Europa und vor allem Osteuropa. Außerdem drängte sich die analoge Fotografie wieder stärker in mein Leben – so wie alles begonnen hatte mit der Fotografie, damals, vor mehr als drei Jahrzehnten.
8. Januar 2025
FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe
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FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe

Beide: Fleisch Eines warm Eines kalt Eines nah Eines fern Eines schreiend Eines stumm Beide: Tot Beide: Gegessen Beide: Wir
2. Januar 2025
Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt
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Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt

S CHATTEN: Bekannte Tiere An der Wand ihrer Geschichte Die Jahre Kerben im Fleisch GESTERN Ein ausgebrannter Zirkuswagen Sie streichelt ihre Konturen ohne Angst Der Körper eine Frage ohne Antwort noch
30. Dezember 2024
Roadtrip Mecklenburg-Vorpommern (2017)
Roadtrip Meckpomm (2016)

Roadtrip Mecklenburg-Vorpommern (2017)

Schwerin, Wismar, Stralsund, Lübz, Insel Rügen (Kap Arkona, Prora), Schwinkendorf, Ludwigslust, Neustadt-Glewe, Dobbertin, Güstrow, Malchin, Rostock, Warnemünde & vieles dazwischen Diese kleine Bilderreise durch Mecklenburg-Vorpommern, der Gegend meiner Geburt, meine Heimat, der Landstrich, in dem der größte Teil meiner Familie immer noch lebt, unternahm ich 2017. Es war ein Jahr des Übergangs – politisch, gesellschaftlich, […]
26. Dezember 2024
Narzista und Goldhaar (2017)
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Narzista und Goldhaar (2017)

Diese kleine Fotoserie ist im Jahr 2017 stecken geblieben, deshalb ziehe ich sie nun einfach hinein in das Ende von 2024. Bei Instagram gab es vor ein paar Tagen unter einem Beitrag mit Selbstdarstellungen von mir eine „schöne Diskussion“, angestoßen von einer mir unbekannten Frau: „Warum so viel Hässlichkeit? Abstoßend.“ Es entwickelte sich eine gute Auseinandersetzung. Leider entschied sich die Frau dafür, alles zu löschen. Ich erinnere mich jedoch, dass auch das Wort „pervers“ auftauchte.
23. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)

Ein tiefschwarzer Raum ohne Anfang, ohne Ende. Lautlos beginnen sich die Konturen zu verändern. Wände verschieben sich, Türen erscheinen und verschwinden wieder. Der Raum dehnt sich aus, faltet sich, vervielfältigt sich – Dimensionen entstehen, überlagern sich, zerfallen wieder. Die Schwärze wird durchzogen von Grautönen, flüchtigen Schatten, die für einen Moment Bestand haben, nur um dann zu verglühen. Flash. Wieder Dunkelheit. Schwarz. Weiß. Hell. Dunkel. Ein flackernder Rhythmus. Begrenzungen lösen sich auf, die Wände fließen ineinander, als würde die Wirklichkeit selbst Wellen schlagen. Dimension um Dimension wird geboren, jede will sich behaupten, will bleiben – doch keine kann die nächste aufhalten. Du bist mittendrin, Teil dieses ständigen Wandels, dieser unaufhörlichen Entwicklung. Und aus diesem Spiel von Licht und Schatten, von Sein und Nichtsein, entfaltet sich eine Welt, die zugleich vertraut und unbegreiflich scheint.
11. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)

Die Welt knirscht an ihren Grenzen. Sie nimmt die Erinnerungen von den Wänden, aus den Kartons, von der Leine. Sie spürt die weichen Hände um ihren Hals gelegt und hört danach in Dauerschleife diesen Satz: „Ist skurril gut oder schlecht?“ Woher sollte sie das denn wissen? Sie hatte das Wort noch nie in ihrem Mündlein gehabt. Welchen Geschmack könnte es haben? Süß oder sauer? Bitter oder salzig? Sie wusste nur: Auf sachlich folgt nun surreal. Eigentlich falsch herum. Damals war die Reihenfolge noch eine andere. Egal.
10. Dezember 2024
SCHERBENMEHR
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SCHERBENMEHR

Da liegen 2.285 Scherben vor ihr, ein Meer aus Glas in ihrem Schoß. So viele Formen, so unterschiedlich große Stücke – manche glatt gebrochen, andere mit scharfem Schliff. Sie hatte jedes Bruchstück mindestens einmal in der Hand, hat an jedem gerochen und geleckt, um es sich schließlich einzuverleiben. Nun ist sie ein Scherbenkörper. Nun ist sie gefüllt mit 2.285 Tagen voller Tat und Drang, voller Wollen, voller Angst, Rausch, Tiefe, Pfeil und Bogen, Kampf, Ruhelosigkeit, voller Vertrauen, Liebe, Wachstum, Sturm, warmem Sommerregen, Spiel und Spaß, Melodien und Rhythmus, voller Arbeit und Reisen, voller Vogelvieh und Wälin-Sein, voller Unruhe, Vermutung, Geheimnis, voller Auflösung und Einsturz, voller Leib und Leiblichkeit, voller Körperlosigkeit, voller Lachen und Tränen, vollem Voll und erdrückendem Schweigen. Sie ist gefüllt wie der Wolf mit den Wackersteinen von den sieben Geißlein. Beschwert. Schwerer als jemals zuvor. Eine Schwere, die nicht von dieser Welt scheint. Ein ganzes Meer in einem Körper. Es wütet, und es ruht. Abwechselnd. Immer in Bewegung. Manche Wellen schlagen so hoch auf, dass sie wieder aus ihrem Mündlein quellen wollen. Mit aller Kraft verschließt sie ihre Lippen, denn sie verwandelt sich gerade in ein Scherben-Monument.
26. November 2024