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Zerrspiegelte Zeit

Das Jahr 1923 bringt so viele Überraschungen mit sich, dass ich immer wieder gleite von jetzt nach damals und versinke in der anderen Zeit. Überall auf der Welt passieren Unglaublichkeiten, denen eine Recherche zusteht. Doch meine Zeit ist begrenzt. Meine bisherigen 1923-Reminiszenzen:


Zu Lebzeiten schillerte der Pharao eher grau, im Tode vergoldete sich sein Sein. Manchmal dauert es über 3000 Jahre, damit ein Glänzen heranreifen kann. Von Mittelklasse zu unsterblich: Tutanchamun. Der altägyptische König starb jung im irdischen Sein, wahrscheinlich starb er auch ziemlich überraschend. Seine Grabkammer im Tal der Könige war noch gar nicht ganz fertiggestellt. Nach seiner Bestattung irgendwann im Frühling versank diese dann im Sand und verfiel in einen 3tausendjährigen Schlaf. Sicher vor Grabräubern und anderen neugierigen Wesen. 1922 wurde die Grabkammer entdeckt, 1923 geöffnet. Diese Entdeckung löste 1922/23 einen ersten Medienhype und löste eine neue Ägyptenbegeisterung aus. Sie machte aber auch vor Verschwörungstheorien nicht halt. Der Fluch des Pharao und der damit verbundene Tod von mehreren Menschen, die an der Tutanchamun-Grabkammern-Findung beteiligt waren, faszinierte. Ein anderes Glück ließ die gefundenen Schätze in Ägypten bleiben: 1922 endet die offizielle Protektoratsherrschaft Großbritanniens über Ägypten.


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26. April 2023

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026