Sie ist ein Sommerkind, obwohl geboren im Herbste. Sie ist ein Sommerkind, obwohl die Drüsen schwitzen und die Fesseln anschwellen. Sie ist ein Sommerkind, obwohl die Nächte sind auf-wühlend.
Heute war sie schon sehr früh am geliebten Wasser-Platz. Ihr ging durch den Kopf: 'Einen Herzensspot verrät mensch einfach nicht, same procedure wie mit des Zauberers Tricks.' Aber nicht alle kennen diese Regeln, oder halten sich nicht gerne an elementare Lebensgrundlagen. Anders konnte sie sich die vielen Karren nicht erklären an diesem Geheimörtchen. Wildes Parken. Heißes Autoblech unter Sommerlaub. Schade. Sie hätte ihren ersten Kaffee an diesem SonnenSonnTag gerne alleine mit den Fröschen zu sich genommen, mit den Erinnerungen an die Seetage ihrer Kindheit. Damals war sie naiv-klndlich-glücklich. Wichtig waren nur genügend Essen, das Federballspiel und die stundenlangen Wasserspiele, zufriedenes Mädchen im Schoße der Familie.
Das venusianische Ballett, ein Traum im Zwielicht, in dem Grenzen verschwimmen und das Licht im Dunkel bricht. Unsere Venussen tanzen auf unsichtbarem Parkett, in einer Welt, in der die Wahrheit niemals Oberhand gewinnt. Im Labyrinth der Existenz verirren sie sich, ihre Seelen gefangen in einem endlosen Strich. Eine Prinzessinengruppe, drei gleiche ohne Gleichen, versunken in einem Strudel von Liebe und Leiden. Die Blühende, Versehrte, die Befangene in Schmerz, die Pflanzliche, Schmerzhafte, die Durchlässige im Herz. Die Natur, der Krieg, die See in ewigem Streit, die Weh-Nussen gefangen in ihrer eigenen Zeit.
oder // Der süße Schlaf auf der Moosdecke Dann also liege ich unter dem Moos, oben auf der eingebrachten Beute, umflossen von Blut und Fleischsäften, und könnte den ersehnten Schlaf zu schlafen beginnen. Nichts stört mich, niemand ist mir gefolgt, über dem Moos scheint es, wenigstens bis jetzt, ruhig zu sein, und selbst wenn es […]
Im Raum der zeitverschlungenen Daseinsformen, gefangen zwischen Leben und Vergänglichkeit, manifestieren sich zwei Kreaturen, aus unterschiedlichen Brunnen geklettert. Der eine, ein männlicher Schatten, der die Kühle der Sachlichkeit in seinen Adern trägt. Sein Antlitz in greller Schärfe erzählt stolz von vergangenen Schlachten und zerrissenen Träumen. Sein Leib, von Krieg gezeichnet, gleicht einem Messer, scharf und dünn, das die Grenzen seiner Existenz zu durchdringen scheint. Seine Wunden, stolz zur Schau getragen, sind das Echo eines vergangenen Grauens, das ihn mit jedem Atemzug zu verschlingen droht.
Sie hängt an der Leine: Mein mechanischer Schnur-Auslöser sorgt dafür, dass ich mit meiner geliebten DDR-Großformatkamera meine geliebten Papiernegative auf 13x18 Zentimetern aufnehmen und dabei selbst in den fotografischen Raum treten kann, den ich gerade erschaffen habe. Alle Fotografien sind um die 10 Sekunden belichtet. Ich bin schon sehr erstaunt, wie still ich doch halten kann. Dieser Prozess ähnelt mehr dem Modellstehen vor der Malereiklasse als der Fotografie. Doch die Magic in der Dunkelkammer, wenn jedes Papier das Negativ freigibt und später noch einmal eine ähnliche Magic, wenn der Scanner aus dem Negativ das fertige Bild spuckt, ist anders als Bleistift oder Pinsel auf Papier.
Das Jahr 1923 bringt so viele Überraschungen mit sich, dass ich immer wieder gleite von jetzt nach damals und versinke in der anderen Zeit. Überall auf der Welt passieren Unglaublichkeiten, denen eine Recherche zusteht. Doch meine Zeit ist begrenzt. Meine bisherigen 1923-Reminiszenzen: Zu Lebzeiten schillerte der Pharao eher grau, im Tode vergoldete sich sein Sein. […]
Du brauchst den Lippenstift nicht wegwischen, denn du hattest keinen aufgetragen. Du musst das Kapuzen-Mäntelchen nicht abstreifen, denn du hattest nie eines an. Du musst den Apfel nicht ausspucken, denn du probiertest niemals von der Frucht. Dein Sein ist abgründig. Dein Sein ist schattenreich. Dein Sein ist eine Ansammlung der Dinge, die alle anderen bereits vergessen haben, weil sie verstörend wirken. Schattenrot über blauem Pierrot. Dein imaginärer Begleiter. Zusammen seid ihr Violetta. Mystisch, magisch, extravagant. Lila im Volxmund, aber das klingt zu banal. Vio meine Vio. Streifend durch das gelb gepunktete Grün. Schatten schmeckend. Schattengeborene. Die das Licht bricht.
Da gibt es Räume, die füllen einem das Herz. Da gibt es Räume, die erinnern einen an erfüllende Lebens-Zeiten. Da gibt es Räume, die richten den inneren Kompass auf Frieden aus. Solche Räume braucht wohl jedes Geschöpf. Dabei spielt es gar keine Rolle, wie breit, lang, hoch dieser Raum ist. Wichtig ist nur dieses Gefühl von Fülle, von Zufriedenheit für den Moment. Diese Art von Raum kenne ich. Für mich existiert er an verschiedenen Orten auf dem Planeten. Dieser Ort kann durch sich selbst heraus strahlen oder er ist eine Melange aus geografischen Koordinaten und Mensch. Immer, wenn ich solch einen Raum betrete, schreit das Ich nicht mehr nach einem Mehr, sondern ist mit dem Status Quo zufrieden. Kein Verlangen nach Zukunft. Nach Außen-Raum-Kommunikation. Sein in Zeit und Raum, mit Körper, Geist und allem andren, das mich so ausmacht.
Neulich bekam ich einen großen Schreck. Eine Fotografin wurde auf Instagram mit ihrem Account gesperrt. Für immer. Keine Erklärung. 2000 Follower weg. Was macht das mit einer Künstlerin? Welche Auswirkung hat dies für Frau, die Instagram nicht aus persönlichem Vergnügen betreibt, sondern vorrangig, um "sich zu vermarkten". Wie abhängig sind wir von Systemen, die wir nicht mehr blicken können, weil kein Support, kein "sich-in-die-Karten-schauen-lassen" usw. ? "Sie haben gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen." Entweder spielen wir mit, um diese "kostenlosen" sozialen Medien, wie sie sich in unseren Sprachgebrauch eingenistet haben, zu benutzen oder wir sind in ständiger Gefahr, den Account zu verlieren. Diese Applikationen, denn dies sind sie ja nun, nicht mehr, nicht weniger, gehören privaten Unternehmungen aus Amerika oder China. Und mit ihrer Nutzung fügen wir uns den Forderungen, die nicht politisch festgelegt werden, sondern rein privat. Bei Instagram und Facebook, die dem Metakonzern gehören, ist dies zum Beispiel dieser Paragraf zum Thema Nacktheit (folgt). Dieser betrifft nämlich auch mich und meine nackten Inhalte, weil ich diese einfach nicht zeigen darf. Ich muss explizite Körperstellen digital verdecken. Da ich darauf keine Lust mehr habe, werde ich meine nackte Kunst hier auf meinem Blog zeigen und Instagram und Co. vielmehr als Ankündigungsmaschinerie "benutzen", denn auch ich wurde schon gesperrt und gemahnt.
Der Wechsel der Jahre. Immer, wenn wir uns begegnen, ist eine Zeit vergangen. Das bringt Zeit so mit sich. Nichts bleibt. Alles im Fluss, das wusste schon Heraklit. Nur haben wir so eine Angewohnheit als Spezies, nach hinten oder vorne zu schauen. Wir treffen aufeinander. Und sprechen über das Damals bis zum Jetzt. Und das wieder und wieder. Mit allen Beteiligten unseres Lebens. So entsteht ein Denken und Fühlen und Leben in Phasen. Alles wird in Phasen betrachtet, bemessen und bewertet. Kaum ist das Sein im Jetzt möglich. Und auch nicht zu verstehen, wahrscheinlich.