Im Körper der Seekuh, von Wellen getragen,
Webt die Kupplerin ihr Netz, so stetig und träge.
Prothese der Zeit, in der das
Grünes Halstuch tanzt im Nebel,
Umhüllt von einer dritten Sicht.
In des Auges tiefschwarzer Schlund, ein Schimmer von Rot,
Geboren in die Leere, in die Stille aufgebrochen, fast tot.
Zäh, wie das Flüstern der Zeit,
Weben Kriechtiere, in Unsichtbarkeit geweiht.
In Äons Labyrinth, ein Wesen, nicht gebeugt, allein,
Durch Gassen aus Lügen und Verrat gegangen, auf der Suche nach dem weisen Stein.
Bewohnt ein Irrgarten der Leiden--Sucht, von bunten Schatten überzogen,
Will es der Vergangenheit begegnen, doch die Stille bleibt ungebogen.
Immer für eine Überraschung gut, der Drei-Tages-Workshop im November Auch in diesem November gab es den dreitägigen Intensiv-Fotoworkshop bei mir in Leipzig. Mit Abstand ist dies der beliebteste Fotografie-Workshop in meinem wechselnden Angebotsreigen. Dieser Workshop hat es in sich, ein großer Packen an Theorie und viele praktische Übungen dazu. Immer wieder anders, immer wieder gut […]
Gespenster gehen um in dieser Welt, Gespenster von Terror & Krieg, aber auch Gespenster des neuen Nationalismus, Patriotismus, Fanatismus, wieder aufsteigenden Patriarchats, Gespenster der Veränderung von Macht und Interessen, Gespenster aus den Religionen dieser Welt. Gespenster der Verblendung, der Verzweiflung, der Verbitterung.
Hat sie sich ins eigene Fleisch geschnitten oder wurde ihr das Messer hinterrücks ins Fleisch gerammt? Tropft das Blut aus ihr heraus, weil sich die Wunde so tief ins Fleisch verkrochen hat? Beginnt das Fleisch abzufallen vom Knochen, weil sich die Traurigkeit manifestiert und zur chronischen Krankheit wird? Dabei liegt der Dreizack doch neben ihr. […]
Licht und Schatten. Wir blätterten zusammen in einem Buch herum mit genau diesem Titel. Simon erzählte von der neuen Staffel von Babylon Berlin, ich trennte mit meiner Kuchenkabel ein Stück Teig vom Obst. Es war Simons zweiter Selbstgebackener. Ich hatte schon ein paar mehr gebacken im Leben, aber keiner war so lecker. Unsere großen Türkenpötte […]
Ganz früh am nächsten Morgen verließ ich Norditalien. Auf nach Slowenien. Letzter Halt: Ljubljana, die nördlichste Hauptstadt Ex-Jugoslawiens. Einordnen lässt sich dieser Ort schwerlich. Nicht Fisch, nicht Fleisch, sage ich als Norddeutsche. Ganz nah an der Grenze zu Italien, aber nicht italienisch. Lange Jahre ein Teil des sozialistischen Jugoslawiens, aber nicht post-sozialistisch. Vielleicht ein Hauch belgisch oder holländisch. Idyllisch, mit einem Flüsschen in der Mitte, malerischer Architektur und ein paar Plattenbauten drumherum. Das Städtchen ist ein Touristenmagnet, gleichzeitig hip. Nach meiner Ankunft beschäftigte ich mich natürlich erst einmal mit dem Bahnhof.
Next Station: Triest, Norditalien. Vier Busstunden entfernt von Zagreb. Gekommen war ich, um die Synagoge anzuschauen und das jüdische Viertel. Bekommen habe ich zuallererst bei purem Sonnenschein „Alcatraz“ (Sozialbaukomplex Ater). Alles hatte ich mir vorstellen können von einer malerischen, norditalienischen Stadt, nur das nicht. 468 Wohnungen, zirka 2500 Bewohnerinnen. Gesehen hatte ich diesen Mammutbau (Hallo Zagreb!) schon aus dem Bus heraus beim Herunterfahren aus den Bergen zum Meeresspiegel nach Triest. Bereits da fragte ich mich, was dieses architektonische Werk, das ich bei purem Sonnenschein aus meinem Fenster betrachtete, wohl sein konnte. Als ich am Bahnhof ankam, meinen Stadtbus in meine Herberge nahm, staunte ich nicht schlecht, als mich das Gefährt in dessen Nähe ausspuckte. Zufall? I don‘t know.
Neuer Tag, neue Sonne. Wirklich warm in Zagreb im Herbst 2023. Bereits morgens um 9 Uhr T-Shirt-Wetter. Dennoch trugen die Einheimischen Jacken, Jäckchen und Pullover. Ich war verwundert. Für meinen Morgenkaffee hatte ich mir einen Platz auf dem Dolac-Markt im Herzen der historischen Stadt ausgesucht. Es gab wirklich ziemlich viel frisches Obst und Gemüse, Pilze und Öl, Nüsse und vieles mehr hier zu erstehen, aber der Markt selbst, meines Erachtens, kein großes Ereignis. Überall waren rote Schirme aufgespannt, die die Händlerinnen und die Waren vor der Sonne schützen sollten. Vorwiegend ältere Kroatinnen (spannend, wie homogen die Bevölkerung ist) waren auf dem Markt unterwegs und schleppten ihre Einkäufe in tausend Plastiktütchen nach Hause. Der junge kroatische Mensch dagegen geht im Konzum einkaufen.