Linda und Dzevad Karahasan inspirierten mich zu dieser Serie. Und ich mich selbst. Weil ich „Schlaf" auf meinen Zettel mit den zehn Worten geschrieben hatte – als zehntes und damit letztes Wort. Aber eines nach dem anderen.
Masse. Volumen. Schwerkraft.
Nicht leicht, nicht gefällig, nicht mühelos.
Und: nicht zu übersehen.
Körper hat Stand. Körper nimmt Raum. Körper bleibt: eindrücklich.
Haut über Fett, gewichtig an Hüften und den Schenkeln.
Mädel dreh dich. Aber sachte.
Leipzig im Winterjanuar & ein buntes Observatorium in Schkeuditz
Der Januar war schnell, emotional, eisig, glatt, dunkel, energetisch, kreativ, analog, ruhelos, schlafintensiv, schneeflockig, geburtstaglich, still, kalt, rot, blau, gelb, ärgerlich, wiedersehend, digital, selbstdarstellend, weiß, sorgenvoll, aufreibend, verändernd, wortreich, mexikanisch, links, verknüpfend, lehrreich, lehrend, kümmernd – und noch so viel mehr. Ein Jahresauftakt, der an einen Einstieg in die Berg-und Talbahn erinnerte. Was das für 2026 bedeuten könnte? Eine rasante Fahrt, ein anstrengender Ritt. Oder alles ist offen und kommt ganz anders…
Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.
GELB
Galle und Glorie. Schwefel und Krankheit. Gift und Schande.
Wille, Kraft, Selbsterkenntnis. Ekel, Gier und Lust. Sehnsucht, Eidotter, Rausch.
Verrat. Feigheit. Gelbsucht. Judenstern.
Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie blickst du auf mich? Wie formt sich mein Sein für das Außen?
Gewänder? Präsenz? Körper(form)? Stimme? Spiele ich auf der Vorderbühne oder ist meine Rolle die der Beobachterin auf der Hinterbühne?
Es ist bitterkalt, als wir durch das Gartenzimmer ins Freie treten. Die Schneedecke unberührt, die Luft feucht und für einen Nachmittag viel zu dunkelgrau. Die mitgebrachte Lampe kann ein wenig Licht leuchten lassen auf den Körper, auf den Menschen, auf das Sein.