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Shmertzn
analoge fotokunst leipzig, Analogfoto auf Fomapan 400 Ortho, um eine Stufe gepusht, stark körnig. Nahaufnahme des Gesichts einer dicken Frau mit lockigem Haar, das vollständig schwarz bemalt ist. Die Augen sind hell und weit geöffnet, der Mund leicht geöffnet, ein weißer dünner Faden hängt aus dem Mund.

Shmertzn

tack tack tack ruhe.los tack tack tack. luft.los tack tack tack kraft.los es wütet und trotzt es schreit es treibt tack tack tack das leid leidet die sehnsucht sehnt oder süchtet, je nachdem der kummer kümmert sich einfach nicht es wütet und kotzt tack tack tack ru.ckt. zu.ckt fu.ckt, tack tack tack.
16. April 2026
Suspensorium – Nachklang
Tmax 100 auf 800 gepusht, analoge Fotografie Leipzig,Schwarzweißfoto: Mann in dunklem Oberteil, Augen geschlossen, Spitzenschuh liegt an der Wange, Hand hält ihn, Kopf geneigt, Schallplatten im Hintergrund.

Suspensorium – Nachklang

Meursault denkt: ob man jetzt stirbt oder erst in zwanzig Jahren, die Welt wird weitergehen, als sei nichts gewesen. Andere werden leben, als wäre das Sterben nur ein schmaler Fehler im System der Zeit. Früh oder spät: kein Unterschied, kein Trost, kein Sinn. Nur das unausweichliche Schweigen des Endes.
12. April 2026
Suspensorium
Fomapan 400 gepusht · Zenit, analoge fotografie,Schwarzweißfoto: Mann in weißem Trikot streckt Oberkörper und Arm weit zur Seite, fast waagerecht, Spitzenschuhe, Schallplatten im Hintergrund.

Suspensorium

„Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, dass am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer da sein würden und dass sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.“ Dieser letzte Satz aus Camus Fremdem erregte dich.
12. April 2026
Tonart
Alttext: Schwarzweißnahaufnahme: Zwei ton-bedeckte Hände auf einem nackten Oberschenkel mit „NÖ"-Tattoo, Holzboden mit Farbresten im Hintergrund.

Tonart

Skulptur oder Körper. Material oder Fleisch. Oberfläche oder Inneres. Hülle oder Kern. Form oder das, was formt. Abbild oder Anwesenheit. Gewicht oder das, was wiegt. Stille oder das, was schweigt. Vergänglich oder das, was bleibt. Erde oder das, was daraus wird. Schicht oder Haut. Abdruck oder Berührung. Anfang oder das, was sich erinnert. Und zu viele Fragezeichen, um sie setzen zu wollen.
7. April 2026
Eigenleib
Eigenleib

Eigenleib

Eigenleib. Nicht Körper. Nicht Objekt. Nicht Erklärung. Das Schwere. Das Warme. Das Rote. Das Lebendige. Kein Name. Keine Referenz. Keine Fußnote. Nur die Haltung, das schonungslose Schauen, das Fleisch als Wahrheit, der Körper ohne Entschuldigung.
6. April 2026
Trachom
Trachom Fotokunst, extremes Nahbild eines Auges durch eine Lupe vergrößert vor schwarzer Tafel mit Kreideaugen, Fotografin Leipzig

Trachom

Licht. Augen. Nichts. (Fast nichts. Mehr.) Erst das Licht zu viel. Dann die Augen zu wenig. Dann nur noch eine Erinnerung. All das klingt wie ein schlechter Scherz. All das klingt wie eine Geschichte, die sie sich erzählen an den Stammtischen. All das klingt, als sei dies weg, weit weg. Aber nein, es ist nah, für diese zwei Augen näher, als die Seele ertragen, vertragen kann. Diese weint, weil die Augen zu krank sind, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Fast blind. Erblindet. Innerhalb zweier Monate. 60 Tage, die das Leben auf den Kopf stellten, umkrempelten, zu einem anderen Leben führten. Dem Augenlicht beraubt in 1440 Stunden.
6. April 2026
Berlin – wieder.einmal.wieder.liebgehabt.
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Berlin – wieder.einmal.wieder.liebgehabt.

Berlino. So nannte ich dich immer. Ganz liebevoll. Aber diese Beziehung hatten wir nicht (mehr) in den letzten Jahren. Nix mit Liebe. Alles an dir war schwierig für mich. Alles in dir war schwierig. Für mich. Immer nur kurze Zwischenstopps und Umsteigesituationen. Mehr war nicht drin. Berlino im Frühling. Ich wollte eine Annäherung. Ich wollte eine Klärung. Ich wollte eine paar Bildnisse einsammeln. Wir beide also wieder in Verbindung. Es war schön, es war bunt, es war ein Mix aus Sonnen und Wolken, es war wieder ein bisschen Zuhause. Es war auch ein Laufen ohne Pause. All die Orte mussten in einen Tag passen. Hatten sie letztendlich auch und ich war danach ziemlich kaputt. 
5. April 2026
Greisenmädchen (Teil II)
Greisenmädchen Teil 2, Frauenkörper mit ausgebreiteten Armen von Kabeln umwickelt in kreuzförmiger Haltung, Fomapan 400 Ortho, Fotografin Leipzig

Greisenmädchen (Teil II)

Grobkorn, Riss, Falte, Bruchkante, Schattenrand, Druckstelle, Abdruck, Nachhall, Restwärme, Widerstand, Reibung, Schwere, Zug, Drängen, Überschuss, Leerstelle, Halbdunkel. Hingabe, Spur, Sediment, Leuchtkraft zu viel, zu nah, zu eng, zu laut, nicht glatt, nicht fertig, nicht gefällig, aus dem Takt, gegen den Strich, neben der Spur, unter der Haut, im Nachglühen, im Vergehen müde, zäh, aufgeraut, verdichtet, […]
30. März 2026
Greisenmädchen (Teil I)
Fotokunst Greisenmädchen, Frau schaut durch Äste und Kabel hindurch, Fotografin Leipzig, Antje Kröger

Greisenmädchen (Teil I)

Sie bat den jungen Kerl, sie ab nun während ihres Balzverhaltens immer sein Greisenmädchen zu nennen. Aber ist es denn überhaupt eine Balz, wenn es nicht mehr um Reproduktion geht? Egal. Sie mochte die Wortschöpfung. Greisig. Klang wie auf dem Weg ins Morgenland, zu all den Weisen, mit denen sie Schritt halten konnte. Mädchen. Das Attribut hatte sie niemals aufgegeben. Immer die Wangen rosig, immer auf der Flucht vor Verantwortung, immer ein naiver und doch wacher Blick in die Ferne.
30. März 2026
Cottbus… du Schöne – haltet mich doch für verrückt
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Cottbus… du Schöne – haltet mich doch für verrückt

Cottbus. Du Stadt Brandenburgs und der Lausitz. Lange bin ich um dich herum gekreist. Ich weiß so recht gar nicht wieso. Viele Male bin ich mit dem Zug vorbeigefahren, aber nie ausgestiegen. Jetzt im März 2026 kam ich ein wenig wie die Jungfrau zum Kinde zu dir. Die Sonne schien, ich wollte mich drücken vor der Organisation meines Lebens und schwuppdiwupp, Zugverbindung herausgesucht und auf den Weg gemacht. Sehr spontan. Keinerlei Vorbereitung.
25. März 2026