Das ruhige Lichtspiel fasziniert, bevor er, der Sturm, aufzieht. Es sieht aus, als wenn ein blau-anthrazitfarbener Deckel auf einem hellen Schnellkochtopf sitzt. Der Deckel thront erst über dem Topfe, unter ihm blitzen Farben anmutender Schönheit heraus, dann stülpt er sich über, wächst und begräbt den Topf ganz unter sich. Blau wird zu Schwarz und pustet die Helligkeit hinweg. Nur noch Flecken der Leichtigkeit im Universum. Aus Pusten wird Wehen wird Stürmen. Wird Orkan. Ruhe vorbei. Raus aus der Starre. Aus Bunt wird monochrome Schönheit. Aus Stabilität Wanken. Auf Sicherheit folgt Unruhe. Aus der sanften Hügeligkeit des Meeres wachsen Wellen.
Palermo – Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem (Oktober 2021)
Palermo zum Dritten! In eben jenem Anlauf klappte es für Antje endlich, die sizilianische Hauptstadt zu erreichen. Begonnen hatte alles mit einem „Für“, damals bei „Fresse zeigen“. Eine Dame, die für Palermo war, mit der Begründung, dass der palermitische Bürgermeister, Leoluca Orlando, sagte: „Wer in Palermo ist, ist Palermitani“. Das war 2016, zu einem Zeitpunkt, an dem an Palermos Stränden Unmengen an Flüchtlingen anlandeten. Unter welchen Umständen will man sich gar nicht ausmalen. Dies führte zu dem Versuch, eine der Reiserouten, die Antje alljährlich, aus fotografischem Interesse beginnt, in Palermo enden zu lassen. Doppelt wurde ihr das verwehrt. Erst durch Corona, dann durch zu hohe Kosten für Flüge oder zu wenig finanziellen Background, ganz klar war das nicht zu trennen. Eventuell könnte Covid auch indirekt für beide Absagen verantwortlich sein.
Genua ist ehrlich. Gnadenlos ehrlich, wenn sie ihren Gästen zur Begrüßung mehr Ratten vor die Füße schickt, als Menschen vor die Augen. Sie hat eine gezierte Ehrlichkeit, die versteckt. Die das, was doch auf der Hand liegen sollte, erst nur in kleinen Dosen und Ausschnitten zeigt, den geduldigen Gästen, dann aber doch alles gibt, was sie sich vorgestellt haben und dann noch viel mehr.
Visionär ehrlich, wenn es die Durchmischung von Menschen zeigt, die Europas Zukunft prägen wird, prägen muss. Es ist jeglicher Hautton vertreten. Worte etlicher verschiedener Sprachen schwirren durch die Luft. Es gibt Clans, Familien groß und in klein, Einzelgänger, freiwillige und dazu gezwungene, es gibt die Gutbetuchten und die Bettelarmen, die Aufgetakelten und die lässig, kaum Bekleideten, Paare und Gruppen, durchmischte und klar aufgeteilte.
Sonderausstellung: ANALOG TOTAL_FOTOGRAFIE HEUTE_im GRASSIMUSEUM LEIPZIG
Ich bin ein Teil davon. Zu sehen von mir sind 50 aus unendlich vielen Polaroids Sonderausstellung: 25.11.2021–03.04.2022 ANALOG TOTAL FOTOGRAFIE HEUTE im GRASSIMUSEUM LEIPZIG „Die 50 aus „unendlich“ vielen Polaroids der Serie Gelebt, Geschöpft, Erzählt von Antje Kröger zeigen einen besonderen und zum Teil kontroversen Umgang mit Polaroid-Sofortbildmaterial im digitalen Zeitalter. Polaroid ist (und war […]
ist. des herbstes, der seine blätter und früchte zu boden schickt, der der die nacht immer früher einläutet, der der gänsehaut auf menschliche haut tätowiert.
Eine Serie, die wie ein Stein im Magen liegt und mich bis an den Grund des tiefsten Meeres zieht, ob ihrer Schwere. Eine Serie aus vielen Bausteinen, aus verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlichen Materialien und Menschen, analog und digital, in bunt und schwarz/weiß. Selbst in den Spiegel geschaut und anderen den Spiegel hingehalten. Dennoch kaum greifbar, Puzzleteile, die zu einem Ganzen führen sollen, aber nicht können, weil das Ganze zu jedem Augenblick des Lebens ein anderes ist. Gefühlszustände vermengen sich, Sehnsucht und Hass, Liebe und Abneigung, Egalness und Wichtigkeit, Natürlichkeit und Konstruktion, Wahrhaftigkeit und Lüge, Traurigsein und Leichtigkeit.
Los. Fahren. An. Kommen. Beide Zustände elementar für das Reisen. In diesen Zeiten gesellt sich übergroße Vorfreude dazu. Möglichkeit hatte sich seit einer bleiernen Ewigkeit nicht verändert. Manchmal war ich kurz an meine Kindertage vor 1989 erinnert. „Frei“ fühlte ich dennoch fast immer. Alles hängt von der Perspektive und dem Wissen (darum) ab. Spontane Entscheidung […]
Premiere von TRANS – I GOT LIFE beim Filmfest München 2021
TRANS – I GOT LIFE // Ein Dokumentarfilm von Imogen Kimmel und Doris Metz Dieser Moment hatte lange auf sich warten lassen. Heute, genau vor einer Woche, flimmerte er endlich anlässlich des Münchner Filmfestes über die große Leinwand des Sugar Mountains: TRANS – I GOT LIFE. Obwohl der Dokumentarfilm nicht flimmerte, sondern sich wie eine […]
Seit knapp einem halben Jahr fertige ich Wetplates auf Glas- und Aluplatten an, Nassplattenfotografie heißt der Prozess in der deutschen Sprache. Ich lerne immer noch (dazu) – mit zwei unterschiedlichen Kameras und der ganzen Handhabe in der Dunkelkammer. Ich mag den Prozess so gerne, hab aber auch schon bemerkt, wann ich keine Lust drauf hab: […]