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Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig
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Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig

Noch ist der September gar nicht vorbei. Dennoch war er äußerst merkwürdig. Ein Monat ohne richtiges Profil eigentlich und wenig Verbindung zu meinem Leben sowieso. Ein Monat, der nach dem August nur abkacken konnte. Dem kommenden Oktober könnte er sowieso niemals das Wasser reichen. Dieser September war irgendwie anders. Warm war’s. So oft habe ich mich selten auf den Weg zum See gemacht. Am Anfang war der Monat noch emotional, dann wurde er ziemlich schmerzhaft (körperlich), dann wurde er auf einmal voll, die Kraft musste immer gut eingeteilt werden. Und dann wurde er wieder schmerzhaft (seelisch), weil ich mich künstlerisch einer Sache widmete, die an die Substanz ging. Gut so. Natürlich.
24. September 2025
Attacke
Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss

Attacke

Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.
19. September 2025
Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt
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Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt

Welch ein schöner Zufall: einmal am 26. August 2024 in Erfurt, einmal am 27. August 2025, ebenfalls in Erfurt. Auch davor schon, doch nicht durch die Kamera – und gerade dadurch haben sich meine Blicke auf Orte auf einmal ganz verändert. Beide Male war der End-August in Erfurt sommer-wunderschön, schenkte meinen Bildern Licht und Schatten. 2025 war ich nicht allein, ich begleitete D. Zuerst die Pflicht, dann die Kür. Das Schöne daran: Wir kamen während beider Tagespunkte an Orte, die ich schon kannte, und doch warf das Licht einen ganz anderen Blick auf sie.
13. September 2025
Blutmond
Blutmond, eine dicke schöne Frau in rotes Licht getaucht fotografiert in Leipzig

Blutmond

Der Mond, schon immer hatte er Einfluss, Einfluss auf sie, auf ihr Er-Leben. Der Mond, schon immer sehnte sie sich nach dem hellen Licht der Völle. Der Mond, schon immer wusste sie, dass er der Kamerad war, der ihre Gedanken weiter flüsterte in die Ohren, die sie empfangen sollten, egal ob er schmal oder kugelrund war. Der Mond, ihr Begleiter, nachdem sie immer Ausschau gehalten hatte. Der Mond, ihr Freund in guten und in schlechten Zeiten. Der Mond, ihre Sicherheit im Sein von Raum und Zeit. Doch manchmal verändert er sein Antlitz. Er leuchtet nicht mehr in kalter Klarheit, sondern färbt sich dunkelrot, als hätte er das Blut der Welt getrunken. Ein Blutmond hängt am Himmel, schwer, drängend, unentrinnbar. 
11. September 2025
Das Monument
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Das Monument

Erschütterung. Im Gebälk des Monuments. Hätten sie doch die Statik geprüft;  nach Riss für Riss für Riss. Aiolos, Herr der Winde, schickte einen Sturm durch seinen Schlauch, und das Monument musste wanken. Wanken und Wackeln. Es krümmte sich vor Schmerz. Verbindungen, Fugen, tragende Strukturen versagten. Bruch. Luftknappheit. Stein um Stein lockerte sich. Tränen. Weinendes Monument.
8. September 2025
Dunkelkehlchen
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Dunkelkehlchen

Der Rausch läuft die Kehle hinunter. Dunkles, trockenes Rot oder zähes, milchiges Weiß. Lieber Genuss und Verdichtung als diese erzwungene Leere. Die hohlen Worte der Leute. Wie die Höhlen der maskierten Larve. Diese Worte. MIT wenig Witz, wenig Eloquenz, wenig Schönheit, wenig Wahr, wenig Echt, wenig leisen Tönen, wenig Poetik. Dafür viel Moral, viel Halbwissen, viel Nachgeplapper, viel Unkonkretes, viel Schattenloses, viel Angst, viel Laut, viel Wollen, viel Anpreisen, viel Schnell, viel Banal.
2. September 2025
Witwenspitz
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Witwenspitz

Ein Raum, durchbrochen vom Licht. Es fällt in Schichten, in Farben. Manche schneiden wie Klingen, sie erinnern an den Schrecken. Andere wärmen, intensiv, beinahe zärtlich. Auf dem Hocker eine Gestalt, wie ein Monument. Ein Körper, von Erinnerung überzogen. Sie. 
21. August 2025
Schau im Dunklen nicht in den Spiegel
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Schau im Dunklen nicht in den Spiegel

Vor vier Jahren schien die Sonne schon früh auf die Sommermatratze. Sie lag wach neben ihm. Gerade hatte sie eine Nachricht bekommen, die sie unbedingt mit ihm teilen wollte. Doch er schlief noch tief und fest. Die vergangenen Tage waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Ihre Familie hatte etwas Großes zu feiern gehabt. Sie schlugen sich die Bäuche voll, tranken und tanzten, hatten wilden Sex und stampften am nächsten Tag mit großem Kater durch die große Stadt. Sie hatten kaum geschlafen, wollten den Ort aber nicht einfach unbekannt an sich vorbeiziehen lassen. Als sie wieder zu Hause waren, fielen sie erschöpft und gemeinsam ins Bett, dort, wo nun die Nachricht auf ihn wartete. Aber er schlief immer noch. Sie las die Nachricht mindestens einhundert Mal und wartete auf ihn. So wie sie gerne auf ihn wartete. Er war das Schöne in ihrem Leben, das Beruhigende, das Langsame, das Wissende, das Lustige und noch so viel mehr.
10. August 2025
Welker Sommer
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Welker Sommer

Alles leuchtet im doppelten Licht. Licht, Licht, Schatten. Von Zeit zu Zeit überragen diese Schatten ihre Figuren. Sie übersteigen die Vorstellung, dehnen sich wie schwarze Löcher aus, auf eine Größe, die für das Denken unvorstellbar ist, und legen sich selbst über das doppelte Licht. Mehr Licht, mehr Schatten. Noch mehr Licht, noch mehr Schatten. Ein Mehr des einen bedingt auch ein Mehr des anderen. Gegengewichte tarieren sich aus. Das Gesetz des Gleichgewichts gilt. Es gilt immer. Gerät das Konstrukt aus Licht und Licht und Schatten in eine Schieflage, implodiert das System.
4. August 2025
Ich würde ...
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Ich würde ...

… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.Spielpartner, in […]
31. Juli 2025