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Gebrochen I
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Gebrochen I

Das Wasser beruhigt. Für den Moment. Die Sonne auch. Sie wärmt den Bauch. Sie malt Schatten auf die „zerstörte“ Haut. Das Wasser rauscht ins Innere, breitet Leichtigkeit aus. Es darf sein. Wie auch alle Körper. Roh, nackt, uneitel. Form. Einfach nur Form. Für den Moment. Eine kurze Pause von Schmerz. Eine kurze Pause von Sucht. Pause von Scham. S–S–S. Ein Kreis. Der Kaputtness-Kreis. Kurze Unterbrechung.
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Belgrad II
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SERBIEN Okt*2025: Belgrad II

Wieder in Belgrad angekommen, schrieb ich meinem Vermieter. Er konnte sich erst gegen sechs Uhr am Abend mit mir treffen, also wartete ich im Starbucks, trank Kaffee und schrieb E-Mails. Ich war verblüfft: Die Preise waren fast identisch mit denen in Deutschland, obwohl die Menschen hier deutlich weniger verdienen. Trotzdem war das Café voll. Ich […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Niš
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SERBIEN Okt*2025: Niš

Zum ersten Mal hatte ich in Serbien eine Straßenköterbande gesehen. Das war ziemlich schön. Es war der Tag, an dem ich in Niš ankam. Aber der Reihe nach. An meinem Geburtstag, einem Samstag, fuhr ich mit dem Bus von Novi Sad nach Niš im Osten des Landes, drittgrößte Stadt. Die Fahrt dauerte rund fünf Stunden, […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Belgrad I
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SERBIEN Okt*2025: Belgrad I

Serbien im Oktober Drei Städte: Belgrad, Novi Sad, Niš.Und wieder Belgrad – diese Betonburg. Viele krude Busfahrten,mindestens ein Eis am Stiel pro Tag,wundervoll freundliche Menschen.Deutsch statt Englisch als Verständigung,Baulärm, Sonnenstunden, Müdigkeit. Bloks.Buntes Gemüse – Paprika, Tomaten, Auberginen –in wilden Massen auf wilden Märkten.Wandmalereien, Flusswasser, Kraft.Blockaden, Freiheit, Botschaften. Teure Lebensmittel in kleinen Supermärkten,Jogginganzüge, verrückte Hunde als […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Novi Sad
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SERBIEN Okt*2025: Novi Sad

Der Zug Richtung Novi Sad war weder voll noch leer, angenehm gefüllt, würde ich sagen. Die Fahrt verlief ruhig. Die Züge fuhren nun nur noch bis nach Petrovaradin, einem Vorort von Novi Sad. Der Hauptbahnhof war nach dem tragischen Dacheinsturz vom 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, gesperrt. Wie es nach […]
28. Oktober 2025
Die Maschine
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Die Maschine

Dieses Kinderspiel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. „Mein Vater hat ein Schwein geschlachtet. Was willst du davon haben?“ „Die Ohren.“ Ab jetzt darfst du auf alle Fragen, die ich dir stelle, nur noch mit „Ohren“ antworten. Machst du einen Fehler, kommt entweder die Kitzelmaschine oder die Kneifmaschine. Diese Maschinen werden dich bearbeiten, bis du lachst. Und sicher, irgendwann wirst du lachen. Und dann hast du verloren.
2. Oktober 2025
Herbst-Zeitz-Los Ende September
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Herbst-Zeitz-Los Ende September

Zeitz, Ende September 2025. Eine Stadt ohne Menschen, dafür Autos, die rumcruisen, und kleine Gangs aus jugendlichen Mopedfahrern, wie ich sie aus meiner Jugend kenne. Zeitz, ein schön sanierter Bahnhof, kaum Menschen. Einmal in der Stunde fährt ein Bummelzug aus Leipzig in die Stadt in Sachsen‑Anhalt, die einst geblüht haben muss. Die verfallenen Gründerzeithäuser stammen aus dieser Blüte. Manche hoffen ja tatsächlich, dass Zeitz vor dem Aussterben gerettet werden kann. Ich glaube das nicht. Habe in den letzten Jahren so viele dieser mittelgroßen Oststädte besucht. Überall quält sich die Strukturlosigkeit, und die Veralterung der Einwohnerinnen schlängelt sich durch den Alltag. So wie Detroit und Cleveland in den USA, nur eben in der ehemaligen DDR. Keine Jobs, wenig Kunst und Kultur, und etwas zu essen suchte ich an einem Samstag auch ohne Ergebnis. Was nützt die „schöne Natur“, was nützen ehemalige Schlösser und Fabriken, die nun Museum sind, Kirchen, die saniert werden, und eine alte Fabrik als Co‑Working‑Platz, wenn die Menschen, die in Zeitz leben müssen, keine Zukunftspläne mehr haben, weil sie nur einen ruhigen Lebensabend genießen wollen, die billige Miete brauchen oder ihr abbezahltes Häuschen nun auch nutzen wollen? Leben ohne Utopie. Leere. Vereinsamung. Rassismus. Wirtschaftlicher Exodus. Schade. 
2. Oktober 2025
Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig
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Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig

Noch ist der September gar nicht vorbei. Dennoch war er äußerst merkwürdig. Ein Monat ohne richtiges Profil eigentlich und wenig Verbindung zu meinem Leben sowieso. Ein Monat, der nach dem August nur abkacken konnte. Dem kommenden Oktober könnte er sowieso niemals das Wasser reichen. Dieser September war irgendwie anders. Warm war’s. So oft habe ich mich selten auf den Weg zum See gemacht. Am Anfang war der Monat noch emotional, dann wurde er ziemlich schmerzhaft (körperlich), dann wurde er auf einmal voll, die Kraft musste immer gut eingeteilt werden. Und dann wurde er wieder schmerzhaft (seelisch), weil ich mich künstlerisch einer Sache widmete, die an die Substanz ging. Gut so. Natürlich.
24. September 2025
Attacke
Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss

Attacke

Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.
19. September 2025
Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt
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Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt

Welch ein schöner Zufall: einmal am 26. August 2024 in Erfurt, einmal am 27. August 2025, ebenfalls in Erfurt. Auch davor schon, doch nicht durch die Kamera – und gerade dadurch haben sich meine Blicke auf Orte auf einmal ganz verändert. Beide Male war der End-August in Erfurt sommer-wunderschön, schenkte meinen Bildern Licht und Schatten. 2025 war ich nicht allein, ich begleitete D. Zuerst die Pflicht, dann die Kür. Das Schöne daran: Wir kamen während beider Tagespunkte an Orte, die ich schon kannte, und doch warf das Licht einen ganz anderen Blick auf sie.
13. September 2025