analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger

Die Gehängten

von Antje Kröger & Paul Thomas


Taue, gehängt an totem Holz. Später gesellen sich netzartige Strukturen aus dünnem Seil dazu. Efeu rankt lebendigplastisch empor zum Himmel, versucht so sein Glück. Es formt sich langweilig-gleichförmig überall da, wo sich Platz auftut. Die Luft der Freiheit erstickt. Das tote Holz knarrt. Der lebendige Leib steigt in den Ring. All das Außen nimmt nun Einfluss, unaufhaltsam. Gestaltung nur noch ein Wort. Du gestaltest? Nein. Du wirst gestaltet. Die Tage, ein wirres, sturmgepeitschtes Geflecht aus gefühlten Erinnerungen, die sich wie gnadenlose Schlaufen um den Hals schlingen, mal zärtlichzart, mal erdrückend. Ein Balancieren auf dem schmalen Grat zwischen blendender Helligkeit und erdrückender Dunkelheit des Schlundes. Das Fleisch ergibt sich dem Theater. Es erträgt das tiefe Einschneiden des Taus genauso tapfer wie das Streicheln durch die weichen Seile. Der Leib will hingebend hängen. Während er hängt, spürt Leib die schmerzhafte, erdrückende Last, die sich gegen die gnadenlose Kraft des starren Taus stemmt, den Druck der Seile, die sich in das Fleisch graben. Atem wird geraubt, und die Dunkelheit umhüllt die Augen. Doch die Lust, unermüdlich und berauschend, ersteigt beharrlich die Leiter, während die Last unaufhörlich Tränen in die Augen treibt, Tränen, die wie Verirrte in der erbarmungslosen Dunkelheit der Existenz aufleuchten.


analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten
analogefotografie-diegehaengten-antjekroeger
Die Gehängten

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

29. September 2023

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde

Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026
Neues Website-Design

Neues Website-Design

Lange hab ich es vor mir her geschoben! Aber nun. Nun ist es passiert. Ein neues Design für meine Website. Minimalistisch. Sicher. Übersichtlicher.
22. August 2026