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Die Gehängten

von Antje Kröger & Paul Thomas


Taue, gehängt an totem Holz. Später gesellen sich netzartige Strukturen aus dünnem Seil dazu. Efeu rankt lebendigplastisch empor zum Himmel, versucht so sein Glück. Es formt sich langweilig-gleichförmig überall da, wo sich Platz auftut. Die Luft der Freiheit erstickt. Das tote Holz knarrt. Der lebendige Leib steigt in den Ring. All das Außen nimmt nun Einfluss, unaufhaltsam. Gestaltung nur noch ein Wort. Du gestaltest? Nein. Du wirst gestaltet. Die Tage, ein wirres, sturmgepeitschtes Geflecht aus gefühlten Erinnerungen, die sich wie gnadenlose Schlaufen um den Hals schlingen, mal zärtlichzart, mal erdrückend. Ein Balancieren auf dem schmalen Grat zwischen blendender Helligkeit und erdrückender Dunkelheit des Schlundes. Das Fleisch ergibt sich dem Theater. Es erträgt das tiefe Einschneiden des Taus genauso tapfer wie das Streicheln durch die weichen Seile. Der Leib will hingebend hängen. Während er hängt, spürt Leib die schmerzhafte, erdrückende Last, die sich gegen die gnadenlose Kraft des starren Taus stemmt, den Druck der Seile, die sich in das Fleisch graben. Atem wird geraubt, und die Dunkelheit umhüllt die Augen. Doch die Lust, unermüdlich und berauschend, ersteigt beharrlich die Leiter, während die Last unaufhörlich Tränen in die Augen treibt, Tränen, die wie Verirrte in der erbarmungslosen Dunkelheit der Existenz aufleuchten.


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29. September 2023

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026