Wieder in Belgrad angekommen, schrieb ich meinem Vermieter. Er konnte sich erst gegen sechs Uhr am Abend mit mir treffen, also wartete ich im Starbucks, trank Kaffee und schrieb E-Mails. Ich war verblüfft: Die Preise waren fast identisch mit denen in Deutschland, obwohl die Menschen hier deutlich weniger verdienen. Trotzdem war das Café voll. Ich […]
Zum ersten Mal hatte ich in Serbien eine Straßenköterbande gesehen. Das war ziemlich schön. Es war der Tag, an dem ich in Niš ankam. Aber der Reihe nach. An meinem Geburtstag, einem Samstag, fuhr ich mit dem Bus von Novi Sad nach Niš im Osten des Landes, drittgrößte Stadt. Die Fahrt dauerte rund fünf Stunden, […]
Serbien im Oktober Drei Städte: Belgrad, Novi Sad, Niš.Und wieder Belgrad – diese Betonburg. Viele krude Busfahrten,mindestens ein Eis am Stiel pro Tag,wundervoll freundliche Menschen.Deutsch statt Englisch als Verständigung,Baulärm, Sonnenstunden, Müdigkeit. Bloks.Buntes Gemüse – Paprika, Tomaten, Auberginen –in wilden Massen auf wilden Märkten.Wandmalereien, Flusswasser, Kraft.Blockaden, Freiheit, Botschaften. Teure Lebensmittel in kleinen Supermärkten,Jogginganzüge, verrückte Hunde als […]
Der Zug Richtung Novi Sad war weder voll noch leer, angenehm gefüllt, würde ich sagen. Die Fahrt verlief ruhig. Die Züge fuhren nun nur noch bis nach Petrovaradin, einem Vorort von Novi Sad. Der Hauptbahnhof war nach dem tragischen Dacheinsturz vom 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, gesperrt. Wie es nach […]
Ganz früh am nächsten Morgen verließ ich Norditalien. Auf nach Slowenien. Letzter Halt: Ljubljana, die nördlichste Hauptstadt Ex-Jugoslawiens. Einordnen lässt sich dieser Ort schwerlich. Nicht Fisch, nicht Fleisch, sage ich als Norddeutsche. Ganz nah an der Grenze zu Italien, aber nicht italienisch. Lange Jahre ein Teil des sozialistischen Jugoslawiens, aber nicht post-sozialistisch. Vielleicht ein Hauch belgisch oder holländisch. Idyllisch, mit einem Flüsschen in der Mitte, malerischer Architektur und ein paar Plattenbauten drumherum. Das Städtchen ist ein Touristenmagnet, gleichzeitig hip. Nach meiner Ankunft beschäftigte ich mich natürlich erst einmal mit dem Bahnhof.
Neuer Tag, neue Sonne. Wirklich warm in Zagreb im Herbst 2023. Bereits morgens um 9 Uhr T-Shirt-Wetter. Dennoch trugen die Einheimischen Jacken, Jäckchen und Pullover. Ich war verwundert. Für meinen Morgenkaffee hatte ich mir einen Platz auf dem Dolac-Markt im Herzen der historischen Stadt ausgesucht. Es gab wirklich ziemlich viel frisches Obst und Gemüse, Pilze und Öl, Nüsse und vieles mehr hier zu erstehen, aber der Markt selbst, meines Erachtens, kein großes Ereignis. Überall waren rote Schirme aufgespannt, die die Händlerinnen und die Waren vor der Sonne schützen sollten. Vorwiegend ältere Kroatinnen (spannend, wie homogen die Bevölkerung ist) waren auf dem Markt unterwegs und schleppten ihre Einkäufe in tausend Plastiktütchen nach Hause. Der junge kroatische Mensch dagegen geht im Konzum einkaufen.
ZAGREB – Stadt der Springbrunnen & der Menschen-Unfreundlichkeit, des brutalen Plattenbaus und der Sonne auf der Oktober-Haut Auf den letzten Metern fuhr der Ex-Jugoslawien-Zug doch noch eine Verspätung ein. Und das im ganz solidarischen Sinn. Gewartet wurde auf einen verspäteten Zug, eine Station vor Zagreb. Als dieser ankam, stiegen sage und schreibe fünf „Kinesen“, wie […]
Bosnien und Herzegowina: Sarajevo und Mostar (April 2022)
Den Frühling 2022 verbrachte ich in Bosnien und Herzegowina. Dort wollte ich schon lange mal gewesen sein. Einer meiner längsten und besten Freunde ist dort verwurzelt. Also kannte ich Geschichten um Geschichten aus diesem Strich Land. Und den Wunsch, immer und überall eine Ćevapčići-Bude aufzumachen. Was soll ich sagen? Es war eine so gute Zeit! Ich wohnte in Sarajevo auf einem Berg und die abendliche Heimkehr hatte immer etwas von einem letzten Erklimmen. Ich reiste nach Mostar, nach Potočari, Srebrenica, Ilidža. Und ich fotografierte auch auf der Straße häufig auf analogem Filmmaterial.
In Sarajevo lernte ich eine wunderbare Frau kennen. Jasmina (74). Wir verbrachten mehrere Tage miteinander und reisten zusammen nach Mostar. Durch Jasmina habe ich viel gelernt über den Balkan, die Kriege und das Attentat, denn ihr Vater war ein Historiker, der ein Buch darüber verfasste.
Republika Srpska (Potočari, Gedenkstätte Srebrenica)
Als ich im Frühling 2022 nach Sarajevo reiste, plante ich auch einen Besuch in Srebrenica bzw. der Gedenkstätte Potočari fest in mein Reisevorhaben ein. Das stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Es gab von der Hauptstadt Bosniens keine Verbindungen mit Bus oder Zug an diese „Schreckensorte“. Mein Vermieter riet mir deshalb, eine begleitete Tour zu buchen. Gesagt, getan. Auch wenn ich solche „festen“ Reisen schwierig finde für mich und mein freies, neugieriges Auge.