Aktfotografie Leipzig Antje Kröger

Nackt will die Liebe sich zeigen

Freiwillig den letzten Blumenstrauß zurück in die applaudierende Menge geworfen. Tulpen in Trauerfarbe verstreuen sich, spuren sich hinein in den Publikumsraum.
Keine Trauer mehr begrüßt, kein Lächeln gezeigt, kein Handshake. Bitte Danke Applaus an sich vorbeigerannt.
Nach Hause im Bühnengewand geflogen-nicht wieder abgeflogen.
Erst abschminken im intimen Bereich. Daheime.
Die Fenster helle durch Stoff zugezogen.
Heimgehen, immer wieder heimgehen, nicht durch den roten Vorhang, durch den weißen im lichten Wohnzimmer.
Licht kam hineingebogen.
Geborgen in die Augen sehen im eigenen Spiegel.
Mit der Maske noch drauf,
Sie wollte Krieger sein.
Im schwarzen Rahmen des Paravants kreuzt sich die Schminke, leitet sich der schwarze Kriegsanstrich weiter im den Raum nach hinten weit offen auf die weiße Wand getroffen in den Spiegel zurück kehrt ihr der Blick.
In das Seidengewand eingerollt wie in die eigene Haut, die Haare aufgerichtet. Ins eigene Heim eingerichtet.
Der Krieger muss daheim seinen Stand schützen, die eingeschlossene Zeit nützen – nicht um das Messer in den Bauch zu stoßen , nein um in das eigene Seidengewand nicht nur mit den Armen, mit der gesamten Haut zu fahren.
Kraft sammeln.
Frau-sein, Krieger-sein, Rollenaustausch geschehen - zurück in die eigenen Augen sehen.
Zwischen allen Rollen, hin und her, hüpfen.
Die Gelegenheit aus der geeigneten Rolle zu fahren, braucht es schon.
Ist die Rolle die eigenen Haut?
Zwischen Krieger und Frau. Eindrehen in das Seidengewand.
Die letzten Spuren Make-Up im Gesicht. Von der Drogerie nebenan ausgerüstet.
Die Poren öffnen sich, vergrößern sich , die Kriegsmaske sickert ein. Die Haut saugt ein.
Körper will Krieger sein, will die Seele Körper sein - letzten Endes es nimmt auch die Seele die Maske ein.
Entkleiden vom Seidengewand.
Auf die Haut rübergerannt.
Sich selbst wiedererkannt. Krieger und Frau sein. Als Einheit erkannt.
Nicht mehr sehen, nur fühlen.
Vollroterunde Lippen mit Blut gefüllt, zart und weich, ein Krieger beißt nicht darauf.
Zärtlich muss die Bemalung aufgetragen werden, ansonsten stehen Linien und Striche nicht exakt .
Die Aggression muss erkannt werden, ihr Grad offensichtlich.
Weiße Wand : erkannt es fehlt noch ein Strich- rot an Wangen und um den Mund.
Diese Farbe bedroht und führt Sinnlichkeit ein- sickert sichtbar in den Stadtraum hinein.
Der Mensch fühlt sich vom Frau-sein bedroht.
Liebe und Zärtlichkeit ist er, der Mensch verroht?
Liebe kann Kampf sein. Sie wiederherstellen ist ein Entstehen.
Verbrannte Erde- wird wieder erblühen.
Nackt will die Liebe sich zeigen.
Nicht nur im Spiegel.
Will öffentlich sein- muss Krieger sein.
Rundungen sind Waffen- es braucht kein Säbel, keinen Dolch.
Nein, sie erschlagen dich nicht, ihre Brüste, Blicke, Lippengesten
Sie nehmen deine Blicke gefangen, ziehen dich an, aus, herum und fangen dich ein.
Gehirne weiten sich wie Herzen, runden – durch messerscharfe Waffen wie Blicke und Liebe und Lippen.
Sie schleifen die Schneide ab.

NM

zeitgenössische Fotokunst, Frau, Körper, Identität, künstlerische Fotografie
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger
Nackt will die Liebe sich zeigen
Weiblichkeit, Frau, zeitgenössische Fotografie, Körper, Intimität
Nackt will die Liebe sich zeigen
Dieses zeitgenössische Kunstfoto zeigt eine Frau in einer ruhigen, kontemplativen Pose. Der nackte Oberkörper ist teilweise in weißen Stoff gehüllt, das Gesicht künstlerisch bemalt. Die reduzierte Umgebung verstärkt die emotionale Tiefe des Bildes. Die Fotografie thematisiert Körperlichkeit, Identität und innere Zustände innerhalb moderner Fotokunst.
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger
Nackt will die Liebe sich zeigen
Emotionale Fotografie einer Frau mit nacktem Oberkörper und bemaltem Gesicht
Nackt will die Liebe sich zeigen
emotionale Fotografie, Frau, Verletzlichkeit, Körper, zeitgenössische Kunst
Nackt will die Liebe sich zeigen
Dieses Bild ist Teil einer konzeptuellen fotografischen Arbeit. Der weibliche Körper steht im Zentrum der Bildkomposition, ergänzt durch Stoff, Haltung und Gesichtsbemalung. Die Fotografie untersucht Selbstbild, Identität und innere Prozesse in der zeitgenössischen Kunstfotografie.
Nackt will die Liebe sich zeigen

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

4 thoughts on “Nackt will die Liebe sich zeigen

  • Wenn ich nicht sowieso schon regelmäßig hier staunend zu Besuch wäre, wäre ich es jetzt umso mehr, da die Bilder, die Du mit Nora entwirfst, mich in meinen Tiefen be|treffen & be|rühren.

    Danke an euch beide dafür.

    Michel

  • Fotografisch gewiss sehr interessant. Aber das dies eine weibliche Gestalt sein soll und mit normalem Blick auf die Bilder besonders das mit gespreizten Beinen schon abartig. Furchtbar. Ihhh...

    • Stimmt. Die gespreizten Beine von Frauen zu fotografieren ist Männern vorbehalten. Und dann wird es auch viiiiel ästhetischer und nicht so brutal ehrlich. (ironie aus!)
      Danke für diesen tief blickenden Beitrag.

  • Wer sich den Konventionen gemäß schön oder erotisch ablichten lassen will, sucht dafür wahrscheinlich nicht gerade Antje Kröger aus. (Schließlich gibt es tausende, die dieses fade Metier perfekt beherrschen) Gerade die Akte auf dieser Website lese ich immer als ästhetische Formulierungen innerer Bilder, die vermutlich in anstrengenden und intimen Sitzungen zwischen Fotografin und Modell gefunden werden. Da können auch Beine gespreizt sein; das empfinde ich ebensowenig provozierend wie verführerisch, sondern lediglich als authentischen Moment einer selbstbewussten Performance vor einer Kamera.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

3. November 2015

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026
Neues Website-Design

Neues Website-Design

Lange hab ich es vor mir her geschoben! Aber nun. Nun ist es passiert. Ein neues Design für meine Website. Minimalistisch. Sicher. Übersichtlicher.
22. August 2026
Stanze
extreme nahaufnahme gesicht mit nägeln im mund, bemalte haut mit gitterlinien, expressives selbstporträt stanze-serie

Stanze

Genäht dort, wo etwas heraus gestanzt wurde. Blutunterlaufen. Kreise bildend. Die großen Schrauben halten den Körper weiterhin zusammen. Da, wo das Licht hineindringt, kann der Schmerz nicht zu groß sein. Haut ist Grenze. Blut ist Sprache. Weich gegen hart. Metall gegen Haut. Scherben als Ganzes, der Unterschied als Leichtigkeit. Eine andere Naht versperrt den Mund, die Sprache, die Meinung, die Worte, die Menschlichkeit, die Moralnadel des Kompass.
14. August 2026