Tiefland – ein Maskenspiel in zwei Akten

TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten


PROLOG

Ich wurde geboren. Hinein ins Tiefland. Das tiefe Land. Ein Land, verschwommen und unscharf. Schön, flach, mit Schlunden hinter den Bäumen. Kalt und starr. Warm und weich. Jahreszeiten verändern den Habitus. Das Schwarz verändert sich im Lichte der Tage und zeigt sich in Millionen Facetten. Ich bin Tochter dieses Landes. In meinem Körper verfestigte sich seit meinem Hineingebären ein dunkler Gedanke der Sehnsucht. Die Sehnsucht, die nur aus diesem tiefen Land stammen kann. Diese dunkle Sehnsucht, die tanzt, als gäbe es keinen Morgen. Die kriecht wie eine Äskulapnatter. Die verschwiegen ist wie die Trappistin. Die laut ist wie der morgendlich nervige Rasenmäher und scharfzüngig wie HH, Heinrich Heine. Dabei passt in dieses Tiefland doch viel mehr der unheimliche Herr Storm. Wie oft in meinem tiefen Leben musste ich schon an dieses Bett denken, welches durch Wolken und überhaupt fliegen kann. Mein Bett flog bisher nicht, dafür aber verfangen sich meine Gedanken Tag für Tag und Nacht für Nacht in diesen Zwischenwelten. Das ist das Los der Tiefland-Geborenen. Sie kreisen. Sie stürzen. Sie suchen. Sie sind getrieben und müssen immer Obacht geben, dass sie der nächste Schlund nicht verschluckt. Ein Leben voll. Voll. Aber nicht bunt. Und nicht leicht.


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TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten // AKT I

Zurück oder vor. Hin oder her. Wieso kann sie sich nicht entscheiden. Nach links oder nach rechts. Schwarz oder weiß. Vor oder zurück. Das Tiefland ist ihr neu. Sie hat sich dorthin verirrt. Her oder hin. Rechts oder links. Weiß oder schwarz. Wie war sie hier her gekommen. War das hier echt.

Trostloses Bauerntheater. Maskierter Pöbel. Sie war schön und klug. Das hatte er sich gewünscht. Aber den Schlund würde er vor ihr verbergen. Denn sie sollte keine Angst haben. Sie sollte nur seine Sehnsucht stillen. Aber auch nicht immer. Und nicht alle Sehnsucht. Denn sie ist der Treibstoff des Tieflandes. Ohne sie, ohne sie wird dieses Land sterben. Das wußte man und ließ es dennoch geschehen. Stück für Stück, schwarz um schwarz, Schlund um Schlund. Sie sollte hier bleiben. Er hatte sie gesehen aus großer Ferne in einem anderen Land. Und sie verzaubert. Damit sie zusammen den Weg nehmen konnten in sein tiefes Land. Sie soll die Tiefe retten. Aber sie fremdelt.


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TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten // AKT II

Aufgeben ist doch keine Option. Ich kann deine Felsin sein. Weine nicht. Stecke die Tränen zurück in ihre Taschen. Ich habe dieses Tiefland gesehen, gerochen, gespürt. Ich habe es gestreichelt und geschlagen. Das Licht angeblinzelt und versucht, diese so vielen schwarzen Töne zu treffen und auseinanderzuhalten. Ich bin zwischen den Schlunden gewankt, habe probiert, diese Sehnsucht in den Mund zu stecken, sie zu zerbeißen, sie rund zu lutschen, sie zu erschmecken. Sie ist so… Worte habe ich für sie nicht. So wie mir manchmal auch die Fragezeichen ausgehen. Worte und Fragezeichen. Vielleicht steckt darin die Crux. Warum nicht viel mehr Punkte. Viel mehr Ausrufezeichen! Antworten. Und nicht fragen. Sein und nicht verstecken. Und zwischen dem Weiß und dem Schwarz herumschlendern und spazieren. Es ist so viel möglich. Auch in diesem tiefen Land. Nein, vor allem in diesem Tiefland. Ihr Söhne und Töchter. Kopf hoch. Kämpft. Lebt.


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One thought on “TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten”

  • Mag ich sehr: In seiner Gesamtheit (SW, Geschichte, „Bühnenbild“, „Kostüme“, Lichtsetzung; Requisiten) und das sind auch ganz starke Einzelbilder! Schau ich mir morgen sicher noch einmal an!!

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