ius naturale_antjekroeger

ius naturale

Der Kopf hängt, die Emotionen verwirbeln zu chaotischen Nestern. Das Leben fährt auf der Überholspur – als Geisterfahrerin. Das Herz schlägt, überschlägt, fehlschlägt kurz, dann wieder zurück zum normalen Rhythmus eines Lebens. Das Auge zuckt nervös, eigentlich nur sein Lid. Das Linke. Übertragung. Der Speichel rinnt langsam aus dem Winkel des Mundes, mehr rechts als links. Anstatt Nest nun Spinnefäden. Die Pupillen ziehen sich zusammen bis zur Starre. Ausnahmezustand? Traumsequenz? Angst? Schock? Trauma? Wahnsinn? Leben? Schreck?

Kleiner oder Großer Tod. Zwischentod. Mit Tod oder ohne. Biologischer Tod. Tod im Auftrag. Tod auf Nachfrage. Tod auf der Tarotkarte oder im Traume. Tod als Bestrafung, Tod als Entscheidung, Todeswunsch, Todessehnsucht, Nahtoderfahrung, tot tot tot. Verliert einfach nicht den Schrecken, auch wenn wir spielen, ihn drehen und wenden. Ein Gespenst.

Ich fliege. Durch meinen aufgebrachten Körper. Ich schaue auf das verletzte Herzchen. Keine Wunde, keine Risse. Kein Loch, kein Bruch. Bumm Bumm. Ich höre den Schlag. Warum schmerzt’s? Ich fliege. Durch meinen niemals müde werdenden Geist. Hier ist’s dunkel an der ein oder anderen Stelle. Verdeckt diese Dunkelheit Wunden, Risse, Löcher & Brüche? Ich fliege. Nein, ich bewege nur meine Flügel. Und schließe die Augen …


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23. Juni 2021

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
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Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
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rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

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