ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
eine gemeinsame Fotoinszenierung von: ALEXANDRA TCHERKASSOVA. MARTIN ZANOTTI. ANTJE KRÖGER Mein Leben ist Widerspruch.Leben in Widersprüchen.Das Leben sind Widersprüche.Meist bin ich warm.Wenn ich will, kann ich auch so richtig, richtig kalt. Sogar mit ziemlicher Kältest-Lust.Ich bin ein Wassertier.Ich liebe das Feuerspiel.Lachen (mit den anderen) ist Überlebens-Medizin.Das Weinen (mit mir allein) die größte Kraftquelle.Musik muss laut […]
Versuch. Flügelschlag. Das Versagen der Energiereserven. Freiheit weggeflogen, aufgesogen, in weite Ferne gezogen. Flügellahm. Prinzessin Vogelfrei kämpft mit den Winden von vorn. Weh und Lust. Freiheit eingebüßt. Doch gesehen immer noch am Horizont. Flügellahm nicht bewegungslos. Jede Bewegung kostet. Das Doppelte, das Dreifache. Kostet mehr, als sie einbringt, und weiter und weiter. Schlag auf Schlag. Bunte Flügelchen mit abgebrochenen Federchen. Frei-heit. Flügelfederfreiheit. Kein Ast hält. Brüchiges Holz durch die Hitzen der Welt. Das Fliegen und das (herunter) Fallen. Prinzessin Vogelfrei trägt beides, ineinander verwoben. Bunt bleibt! Lächeln bleibt!! Freiheit bleibt!!!
… und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung
...und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung" setzt die Fotoserie fort und verschiebt den Fokus auf einen schwangeren Körper, der zwischen Alltag, Ritual und Verletzlichkeit changiert. Küchenmotive treffen auf Lametta, Spiegelscherben und rote Kreismarkierungen, die den Körper wie eine Landkarte oder ein Versuchsobjekt erscheinen lassen. Die Serie fragt nach dem Wunder der Schwangerschaft, aber auch nach dem, was an diesem Zustand fremd, inszeniert und beunruhigend sein kann. Entstanden in warmem Licht, mit starkem Korn und einer rohen, theatralischen Bildsprache.
„Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, dass am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer da sein würden und dass sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.“ Dieser letzte Satz aus Camus Fremdem erregte dich.
Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.