Als ich ein Kind war, beschützten sie mich, die Augen meiner Großmama. Sie trösteten mich, sie nahmen mir die Angst, sie füllten mich mit Liebe auf, warteten immer geduldig, sie schimpften nie, blieben neugierig, holten mich zurück aus den Träumen und schickten mich wieder auf neue Traumreisen. Diese Augen bangten, oft. Sie schlossen die Lücken, […]
„Jetzt will ich leben. Ein paarmal noch kommt die Schwester herein und hebt meine Hand auf. Dann, gegen Morgen, kommen Pfleger und heben mein Bett auf Gummiräder und fahren es in den Krankensaal zurück. Plötzlich, denke ich, hat der Atem des Mannes vor mir aufgehört. Ich will nicht sterben, denke ich. Jetzt nicht. Der Mann […]
„Eine Krise ist deshalb gut, weil sie unsere Ideale beschädigt. Es gibt viele Menschen, die ohne nennenswerte Schädigung durch ihr Leben kommen, weil ihr ganzes Leben die Beschädigung ist. Ich will damit sagen, dass Monotonie den Alltag der meisten bestimmt. Nach der Arbeit geht man nach Hause und legt eine Portion TV-Programm drauf. Man will […]
Einmal wollte ich bei der Friedensfahrt fotografieren, aber Sie waren zu schnell und alles war so aufregend, so dass ich mich schließlich im Graben wiederfand.Eine Journalistin zu Täve Schur, Neues Deutschland 21.4.1978 Sommer. Überall, auch auf den Bildern, räkeln sich Frauenkörper. Warum eigentlich? Warum nur sie? Ich ließ zum Ende der heißen Periode den Mann […]
»Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben … Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.« Samuel Benchertrit, Rimbaud und die Dinge des Herzens
Die Tage am See – eine Ode an die Heimat & die Familie
Ich war wieder Kind, für ein paar Tage. Schuld war das Wetter, meine Heimat und meine Familie und ich danke allen dafür. Untergluckern, im Wasser-Ball-Spielen, um die Wette schwimmen, tauchen und frieren, sobald man das Wasser verlässt. Das letzte Mal hatte ich solche Wasser-Sommer-Leichtigkeits-freuden irgendwann als Kind oder Jugendliche. Ich bin eine Wasserratte, andere in […]
Die Hölle der Wirklichkeit ist finsterer und enger, als jede himmlisch ausgedachte Hölle, und dennoch zugleich vitaler, reicher, verschlossener, insgesamt unwahrscheinlich erstaunlich angeordnet und keineswegs zufriedenstellend in allem erforscht, vermessen, berechnet, erkannt und begriffen. Die Poetik des Extremen, Uwe Schütte Mama hat als sehr kleines Kind schon zu mir gesagt, sie nehme mir die Bücher […]
Manche Freundschaft fühlt sich im Sommer anders an, genauso wie das Wetter, dass im Sommer verrückter spielt und seine Kräfte walten lässt. Manche Freundschaft nährt sich durch Tradition. Die Sommerwochen sind mir ein Vergnügen, Wohnung und Atelier ein Taubenschlag, Menschen gehen ein und aus, bleiben, feiern, essen & sind. Das macht mich lächelnd. Zwei Sehnsuchtswilde […]
Der Kopfsprung ins leere BeckenHat nur Ecken Und Kanten. Personen Leute Orte Kannten Sie mich mal? Wo bin ich dutzendmale schon vor beigesprungen? Prallte auf Dutzend Male Schon? Male -Mit dem Kopf voran fortan Wände an. Es staucht So ungemein, Gemein. Gläser scheppern ein. Splitter stacheln Streuen ein. In die Welt hinaus Mit einem Blut das in mich führt Und pumpt So ungemein. Das Herz -es hetzt. Kommt doch dem Körper […]
Die Enunziationen und Eindrücke des Lebens in ihrer Fülle sind der Gegenstand der Poesie. Alles, was den Menschen im Gefühl einer Realität über sich selbst, das heißt über seinen gewöhnlichen Zustand erhebt, hat ihn begeistert, und diese Begeisterung ist die Poesie. Jede Realität nimmt hieran teil. Die Vorstellung oder Darstellung einer Idee erweckt das Gefühl […]