Der Zufall ganz allgemein: was uns zufällt ohne unsere Voraussicht, ohne unseren bewußten Willen. Schon der Zufall, wie zwei Menschen sich kennenlernen, wird oft als Fügung empfunden; dabei, man weiß es, kann dieser Zufall ganz lächerlich sein: ein Mann hat seinen Hut verwechselt, geht in die Garderobe zurück und obendrein, infolge seiner kleinen Verwirrung, tritt […]
Wenn er mir das angetan hat und zur Miliz gegangen ist, dann soll er verflucht sein! Mit ihren Fliegerbomben sollen sie ihn treffen! Mit ihren Tanks sollen sie ihn niederfahren! Dass er merkt, dass Gott sich nicht spotten lasst. Und dass ein Armer nicht gegen die Generäle aufkommen kann. Ich habe ihn nicht dazu geboren, […]
Ich habe eine Liebe. Sie kam vor ein paar Jahren und hielt bisher eine Menge aus; Veränderung, Neuordnung, Verliebtheit, Krankheit, Unlust, Krieg. Sie blieb, ganz leise, wartend, sie ging, so oft in hohem Bogen, sie kam wieder, bettelnd, wundgescheuert. Diese Liebe, sie wurde anhänglich. Manchmal, wenn ich gerade nicht an sie dachte, schlich sie sich zu meinem Herzen, war ganz […]
Er dachte an die See immer als an la mar, so nennt man sie auf spanisch, wenn man sie liebt. Manchmal sagt einer, der sie liebt, böse Dinge über sie, aber er sagt es immer, als ob es sich um eine Frau handele. Manche der jüngeren Fischer, die Bojen als Schwimmer für ihre Leinen […]
»Herr Okada«, sagte sie, »ich glaube, Sie treten gegenwärtig in eine Phase Ihres Lebens, in der sich viele verschiedene Dinge ereignen werden. Das Verschwinden Ihres Katers ist nur der Anfang.«»Verschiedene Dinge«, sagte ich. »Gute Dinge oder schlimme Dinge?« Nachdenklich neigte sie den Kopf leicht zur Seite. »Gute Dinge und schlimme Dinge. Schlimme Dinge, die anfangs […]
Wir leben auf einem laufenden Band, und es gibt keine Hoffnung, daß wir uns selber nachholen und einen Augenblick unseres Lebens verbessern können. Wir sind das Damals, auch wenn wir es verwerfen, nicht minder als das Heute – Die Zeit verwandelt uns nicht.Sie entfaltet uns nur. Indem man es nicht verschweigt, sondern aufschreibt, bekennt man […]
Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich >Leiden< bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische, das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort >Gefühl< besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkansia). […]
Nächst der Liebe, die zwischen Menschen selten rein ist und nicht ohne Kämpfe und Opfer leben kann, gibt es für uns Menschen nichts Schöneres und Tröstlicheres als das reine Schauen, das stille, redliche Miterleben der Natur um uns her, im Kleinen und Großen. Das ist gut gegen allen Hochmut, zu dem man etwa neigt, […]
[2.11.2015, 14:55] F: Es gibt sie, die Tage, bestehend aus unausweichlichen Momenten, an denen man nicht gut allein sein kann. Und man muss erfahren, dass die Seele so viel langsamer ist als der Kopf, dass die Wunden nicht wegzudenken sind – sie wollen veratmet werden unter Austritt einer Wundflüssigkeit namens Tränen. Ich bin Ausnahmezustand. Und manchmal… […]
I arrived at noon in the drizzling rain and cried. I went walking in the morning rain, and still I cried. After almost two weeks in Istanbul I returned to my old life having acquired even more questions, even more curiosity and a lot of new friends but most important of all, the newly gained […]