(im Workshop gab Frau mir dieses Thema, ich forderte auf!) Was, wenn die Urenkel der Nihilisten längst ausgezogen wären aus dem staubigen Devotionalienladen, den wir unsere Weltanschauung nennen? Wenn sie die halb leergeräumten Lagerhallen der Wertigkeiten und Wichtigkeiten, des Nützlichen und Notwendigen, Echten und Rechten verlassen hätten, um auf Wildwechseln in den Dschungel zurückzukehren, dorthin, […]
Ein kleiner Zwischenfall warf ein grelles Licht auf diese breiter werdenden Risse. In dem weiten verschneiten Park wurde hinter dem Schewtschenko-Standbild eine junge Partisanin zum Galgen geführt. Eine Vielzahl deutscher Schaulustiger versammelten sich. Landser der Wehrmacht und Orpos, aber auch Angehörige der Organisation Todt, "Goldfasanen" aus dem Ostministerium, Piloten der Luftwaffe. Es handelte sich um […]
Womit wird dieser Tanz enden?Mit der Liebe oder mit dem Tod! ich hatte erwartet, dass du dich für mich interessiert und wenn, nachfragst. ich erzähle jedem meine geschichte, der sie wissen will. auf einmal aber stand ich in der ecke, wie ein tier, getrieben. immerhin habe ich wieder tränen geweint, die waren lange versiegt. Entschuldige, […]
...das ist zu viel sterben, lolita. sie wogen schwer diese worte. schwer wie das dunkle nichts, das nach dem tode unweigerlich über einen kommt, einhüllt und verschluckt. sich-stellen, sich-zeigen, sich-aus.drücken # sich-verirren, sich-verwundbar-machen, sich-fürchten; oder einfacher? verstecken, verdrängen, verneinen. was bleibt übrig von gelebten leben? kleine rinnsale von tränen? erbmasse? wer würde sich erinnern? wer […]
Immer aber ist wirkliche oder vermeinte Ungleichheit die Veranlassung zu bürgerlichen Unruhen und Revolutionen gewesen. Unter Ungleichheit aber ist jeder Mangel von Proportion zu verstehen, der sich zwischen den Unterschieden in den Vorrechten und dem Anteil an der Regierung und zwischen den Unterschieden der Personen findet. Aristoteles, griechischer Philosoph, Politik. 1301b (V, 1.) Athen passierte […]
Freiheit in Ketten Ich sah der Menschen Angstgehetz; ich hört der Sklaven Frongekeuch. Da rief ich laut: Brecht das Gesetz! Zersprengt den Staat! Habt Mut zu euch! Was gilt Gesetz?! Was gilt der Staat?! Der Mensch sei frei! Frei sei das Recht! Der freie Mensch folgt eignem Rat: Sprengt das Gesetz! Den Staat zerbrecht! - […]
Und dann warf er den Speer. Als er ihn losließ, zeichnete sich jeder einzelne Muskel ab. Er stieß einen halb erstickten Schrei der Anstrengung aus (den wir noch tagelang nachahmten), einen Schrei, der den Kern seines Wesens zum Ausdruck brachte: Es war der nackte Schlachtruf des Strebens nach Vortrefflichkeit. Sobald er den Speer losgelassen hatte, […]
... CASTI PIANI. Was ich als Kind erlebt habe, das erlebt kein menschliches Geschöpf, ohne daß seine Tatkraft bis zum Grabe gebrochen ist. Können Sie sich in einen jungen Menschen hineindenken, der mit sechzehn Jahren noch geprügelt wird, weil ihm der Logarithmus von Pi nicht in den Kopf will?! Und der mich prügelte, war mein Vater! Und ich prügelte […]
Das Leben ist wie die Lampe, die auch schon anfängt auszubrennen, wenn sie angezündet wird! So alt wie jeder von euch ist, so viele Jahre habe ich schon mit euch getanzt. Jeder hat seine eigenen Touren, und der eine hält den Tanz länger aus als der andere. Aber die Lichter verlöschen zur Morgenstunde, und dann […]
Um dessentwillen tun wir alles: damit wir weder Schmerz noch Verwirrung empfinden. Sobald einmal dies an uns geschieht, legt sich der ganze Sturm der Seele. Das Lebewesen braucht sich dann nicht mehr aufzumachen nach etwas, was ihm noch fehlte, und nach etwas anderem zu suchen, durch das das Wohlbefinden von Seele und Leib erfüllt würde. […]