Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde


Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, mit Maserung wie Äderchen unter dünner Haut. Wir sprechen über die Kunst. Wir philosophieren über das Aushalten. Wir sinnieren über die Wunden. Unsre Wunden, die Wunden der anderen, die Wunden, denen die Jahrhunderte nichts antun konnten, denn sie überlebten und überlebten, verblassen nur langsam. Des Wolfes Fell zerreißt nur langsam. Die Löcher versteckbar. Irgendwann aber liegt die Haut bloß, ungeschützt vor dem Blick des anderen, vor dem eigenen. Die Wolfsstunde fragt danach, wer zuerst den Blick senkt. Wer zuerst das Fell fallen lässt.

Halbporträt einer Person mit gekreuzten Armen, gestreifte Hosenträger, Blick zur Seite, heller Hintergrund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Serie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Nahporträt mit erhobener Hand vor der Brust, gestreifte Hosenträger, wacher Blick zur Seite, analoge Papiernegativ-Fotografie, Großformatkamera, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Person in Strohhut hockt mit gekreuzten Armen, gestreifte Hosenträger, körniges Schwarz-Weiß-Porträt auf Papiernegativ, analoge Großformatfotografie, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Hockende Person mit Strohhut, Gesicht im Schatten verborgen, gestreifte Hosenträger, analoges Porträt auf Papiernegativ, Großformatkamera, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Unscharfes analoges Porträt einer Person mit langem dunklem Haar in Pelzmantel, Blick über die Schulter zur Kamera, körnige Papiernegativ-Ästhetik, Großformatkamera, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Person in Pelzmantel mit zurückgelegtem Kopf und geschlossenen Augen, starke Kornstruktur, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, körnige Schwarz-Weiß-Fotografie, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Verwaschenes analoges Porträt einer Person in Pelzmantel, Kopf nach hinten geneigt, starke Körnung und Kratzspuren, Papiernegativ-Ästhetik, Großformatkamera, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde
Wolfsstunde

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1. September 2026

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026