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Das Leben des Monsieur Adam Kautz

Für meinen Protagonisten wähle ich bewusst einen anderen Namen, lautmalerisch ähnlich in der Realität. Warum? Ich will erzählen. Künstlerische Freiheit, um eine Begegnung, die mich weich umarmte und hart erinnerte, zu interpretieren. Acht Kapitel. Gefühlt, in drei Tagen. Text und Foto verbinden sich durch die Art, wie Du liebe(r) LeserIn und Du liebe(r) BetrachterIn diese Aussagen meinerseits miteinander verwebst.

Fotoserie über das Leben eines Mannes, Fotografin Leipzig
Das Leben des Monsieur Adam Kautz

Die Natur

Adam wird dazwischen geworfen. Nach vier Mädchen endlich ein Junge, fünf Franken in Silber wert (Silber nicht Gold. Gülden wird es erst später. Wert bestimmt vom Großvater.) Heiß ersehnt. In einem anderen Land, zu einer anderen Zeit. Land: Schweiz. Zeit: 1948. Danach vier weitere Gestalten. Neun. Neun Menschenkinder, die sich Geschwister nennen (sieben erfreuen sich auch heute noch am Leben!), viele Mädchenpaare. Adam ist ein Dezember-Baby. Um ihn herum bäuerlicher Katholizismus. „Meine Kindheit möchte ich am liebsten vergessen.“ Die junge Mutter oft sitzend am Klavier. Adam möchte lieber lieb gehabt werden. Die Kautz bildet ihn lieber zum Einzelgänger aus. Mit der Schweiz kenne ich mich nicht gut aus. Sie ist mir zu neutral, zu teuer, zu bergig, zu zu zu … Ich lese über den klitzekleinen Ort im Kanton St. Gallen, wo Adams Lebensreise beginnt. 1950 gibt es dort 2556 Einwohner, aber keinen Bahnhof. Die Fotos, die mir die Google-Suche ausspuckt, sind voller Fachwerk und Berge. Die Leute im Dorf mögen Familie Kautz nicht. Warum musste der Mann im Hause auch eine Auswärtige ehelichen? Ich mag die Familie Kautz auch nicht. Nicht als Ensemble. Einzelne Mitglieder schon. Mir steht ab und an der Mund offen, wenn Adam erzählt. Sein dialektischer Singsang dämpft einiges ab. Dennoch! Familie Kautz! Ich muss mit dir schimpfen! Du hast Adam kein kindgerechtes Nest gebaut, in dem er sich entfalten konnte. Und ich möchte keine Entschuldigungen hören. Andere Zeiten und so. Niemand steckt ein Kind in den Sack von Knecht Ruprecht, nimmt sein Kind mit zur Geliebten oder vergeht sich am Töchterchen. Nein!

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Das Leben des Monsieur Adam Kautz
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Das Leben des Monsieur Adam Kautz

Die Unzulänglichkeit

Das Deutsche Ärzteblatt sagt, dass Einnässen bis zum fünften Lebensjahr einer völlig normalen kindlichen Entwicklung entspricht. Adam pinkelt das Laken bis zum elften Jahr voll. Jeden Morgen wacht er in der Nässe auf. Dafür hagelt es Schläge. Weibliche Schläge. Madame Kautz versucht es mit Bestechung. Schweiz. Schokolade. Ein Versprechen. Adam und eine der Schwestern bleiben auf, die ganze Nacht. Hunger. Schokolade. Mutter Kautz: „Na geht doch!“ Insgeheim freute sie sich wahrscheinlich nur über nun weniger Wäsche. Adams Tränen des Heute wollen aus seinen Augen tropfen. Die Stimme bricht wieder und wieder unter den Erinnerungen zusammen. Wenigstens ist das Wasser warm, dass ich über ihn kippen lasse.

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Das Leben des Monsieur Adam Kautz
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Der Schmerz

„Man kann die Mutter einfach nicht nicht lieben.“

Adam Kautz
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Der Respekt

Was? Schon wieder ein Kautz? Die sind nix, die können nix, die haben nix! Der Nächste … Adam ist in der dritten Klasse. Das ist die Begrüßung seines Lehrers. Adam hat kaum bis keine Spielkameraden und Freude am Leben. Ein Umzug in die große Stadt. Aber die Mutter schickt ihn bald weg, auf einen Bauernhof, er ist zu frech für die Welt der Käutze. In der Ferne entdeckt Adam die Sexualität. Seine Sexualität. Er ist 14. Aus Freude wird schnell eine Belastung. Trieb. Stärke. Triebstärke. Plage. Mehrmals am Tag spürt der Pubertierende den Drang, sich befriedigen zu müssen. Adam hasst seinen Penis. Adam verletzt sich. Ihn. Er schämt sich. Auf dem Bauernhof ist niemand, dem er sich anvertrauen könnte. Alleinsein. Wieder. Lust. Worauf? Auf das richtige Leben? Zigaretten. Wein. Frauen. Mit 22 Jahren hat Adam seinen ersten Sex. Vorher machte er eine Ausbildung zum Blechner. Und noch davor war er ein kleiner kleiner Kleinkrimineller. Das spielt aber so eine kleine Rolle, dass ich es nur der Vollständigkeit wegen erwähnen möchte.

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Das Leben des Monsieur Adam Kautz
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Das Vertrauen

Eva trifft Adam. Adam heiratet Eva (1975). Noch heute sind sie ein Paar, bewohnen seit 2014 eine Doppelhaushälfte auf der deutschen Rheinseite, die Adams Hände und Evas Geduld geschaffen haben. Nach ihrer gemeinsamen Geschichte habe ich nicht wirklich gefragt. Eine kleine Episode fiel dennoch für mich ab und hinunter: Auch Eva hat acht Geschwister. Mit einer schwesterlichen Dame bewohnen Adam und sie eine gemeinsame Wohnung, sie sind jung. Adam fummelt an der Schwester Busen. Ihr Weg zu dritt trennt sich. „Es gibt nur eine Ehefrau!“ Adam ist da ganz klar, als er dies ausspricht. In allen Jahren macht ihm sein Trieb einen Strich durch die monogame Rechnung. Und doch: Eva & Adam! Gemeinsam walkt sich das Paar durch die Welt der Heilmassagen. Sogar eine Schule eröffnen sie. Fleißige Leute. Und Adam ist nun Lehrer. Manchmal schläft er viel zu wenig, raucht viel zu viel, trinkt den Roten literweise. Er ist ein Genießer. Unser Adam.

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Die Liebe

„Ich lasse gerne in mich hineinschauen. Es gibt nichts Schöneres, als offen zu antworten.“

Adam Kautz

Adam schreibt am Valentinstag seine erste E-Mail an mich. Ich verweigere mich ja diesem kapitalistischen Liebesakt, dennoch erinnere ich mich so genau daran. Gegen Verknüpfungen, die ein Hirn spinnt, kann niemand sich wehren. Auch ich nicht. Er berührt mich damit, wie eine warme Hand, die Hand eines Vaters, eines Großvaters, die aus der Dunkelheit leicht die Schulter tätschelt, um zu sagen: „Ich bin hier mein Kind.“ Kinder bekommt Adam in den späten 1970ern. Töchter. Zusammen mit der lieben Eva, natürlich. Adam ist nicht stolz auf die beiden Damen, er erklärt mir, dass ihm das ja gar nicht zustünde. Aber er erfreue sich sehr an ihnen, er liebe sie. Er mag besonders, dass beide sich, wie er, am Genuss laben können. Die ältere arbeitet kreativ – mit Nadel und Faden, entwirft und kreiert. Die jüngere mag es pragmatischer, seit Neuesten widmet sie sich der Guten Gesundheit. Vielleicht ist er doch ein wenig stolz? Seine Augen blinken zumindest verdächtig, als er mir die beiden vorstellt. Noch eine Liebe stellt er mir vor. Die zum Gold. Über 60 Jahre ist Adam alt, als er mit dem Schürfen oder besser Waschen beginnt. In der Schweiz und Norditalien. In Flüssen. 60 Gramm in sieben Jahren, Naturgold. Sein Goldi-Tattoo auf dem rechten Unterarm erinnert ihn daran. Auf ewig.

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„Für die kommenden Jahre hege ich den Wunsch, mittels der Fotografie noch etwas zu erschaffen, das einigen Menschen außergewöhnliche Dinge aufzeigt und vielleicht besondere Reaktionen auslöst.“

Adam Kautz

Die Selbstbestimmung

Mit 76 sterbe ich. Das sind Adams erste Worte unseres ersten Treffens. Wenn nicht die ersten, dann höchstens die zweiten. Adam besucht mal eine Wahrsagerin. Die orakelt dies. Aber sie irrt sich schon bei einer anderen Voraussage. Obwohl ich die Zahl 76 mag. Mein Geburtsjahr. Adam hat keine Angst vor dem Tod. Im Gegensatz zu mir. Ich hasse ihn. So sehr. Er möchte nur über ihn bestimmen – selbst. Den Part des „Henkers“ würde er auch bei einem Liebsten oder einer Liebsten übernehmen, wünscht sich dies ebenso. Möge ihm jemand, wenn er dies verlangt, doch bitte den Kelch mit dem Gifte reichen. Starker Tobak. Die Fronten sind geklärt. Alles, was Adam wichtig ist, kommt sofort auf den Tisch. Kein Zaudern, kein Zögern. Ich mag das. Ich wünsche mir mehr solche Menschen. Er sagt auch, dass er mich gerne hat. Er spricht sowieso sehr offen über Gefühle. Ich mag das, zum Zweiten. Mich berührt das ganz tief. Auch, wenn an der ein oder anderen Stelle schmerzhaft. Ich kann den Schmerz noch aushalten. Noch. Falls irgendwann nicht mehr wünsche ich mir einfach etwas von Adams Selbstbestimmungskraft.

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Die Angst

2016. Krebsleiden mit Operation und Bestrahlung. Adam hat eine signifikante Angst. Die Angst vor dem Schmerz. Sein Leben hat ja bereits eine Menge bereitgehalten. Davon. Schmerz schmerzt. Manchmal einfach zu sehr. Da helfen eben keine Tränen mehr und auch kein freundliches Hände halten. Kein nicht-aus-halt-barer Schmerz mehr. In Adams Leben. Howgh, ich habe gesprochen. Nein. Adam hat gesprochen.

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Die Ewigkeit

Gold hinterlassen. Geld sowieso. Ein halbes Haus. Gene. Darum aber geht es nicht. Sein letzter Wunsch. Adams letzter Wunsch. Eine Spur. Ein Fußabdruck. Eine kreative Spur, ein kreativer Fußabdruck, etwas, woran sich die, die hinter ihm bleiben, ab-arbeiten können, nicht an der Trauer, sondern an der Aufgabe, die Adam ihnen mitgeben wird. Sein Medium. Wird die Fotografie sein.

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9. März 2020

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Wieder mit dem Zug, diesmal dauert es fünf Stunden für schmale acht Euro. Diese Fahrt zieht sich ganz schön hin. Als der Zug in Sofia hineinfährt, finde ich es ganz schön, wie ein Zurückkommen, wie ein Ankommen, wie ein: Oh, das kenne ich hier schon. Das mag ich. Danach fahre ich mit der Metro in mein neues Hostel. Diesmal habe ich eine Herberge gebucht, die etwas weiter aus dem Zentrum heraus liegt. Ich will in eine andere Gegend, in einen anderen Stadtteil, will nicht im Zentrum sein. So bin ich in einem kleinen Hostel, einer Herberge zwischen Wohngebäuden gelandet, sehr ruhig, sehr wenige Gäste, sehr gut für meine Zwecke.
1. November 2026
Bulgarien (OKT 2026) – Stara Sagora (Stara Zagora)
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Von Plowdiw weiter nach Stara Zagora oder Stara Sagora. Um den Namen korrekt auszusprechen oder zu verstehen, brauche ich eine Weile. Eine kleinere Stadt (120.000 Menschen zirka), rund 100 Kilometer von Plowdiw entfernt. Ziemlich unbeliebt bei Touristen. Eine Studentenstadt. Ich fahre mit dem Zug, zwei Stunden, vier Euro. Fühle mich gleich bahn-heimisch, denn ich sitze in einem alten ICE der Deutschen Bundesbahn. Die Zugfahrt ruckelt wieder so vor sich hin, ganz langsam. Alle Züge bisher aber pünktlich. Unterwegs gibt es sogar einen Halt mit einer Pause für die rauchenden Menschen. Die Zugfahrt ist sehr billig, aber auch sehr bummelig. Als Ausgleich habe ich eine nährende Aussicht auf Dörfer oder brutalistische Bahnhöfe beispielsweise, auf Strommasten mit Storchennestern, auf alte Ruinen, aus denen Schafe herauslaufen. Was ich aus dem Zugfenster sehe, ist entweder malerisch oder sozialistisch (verfallen). Das eine schließt das andere auch nicht aus. Heute denke ich mir, man könnte eine Zugfahrt auch so beschreiben: so viele Fotos, die nur meine Augen sehen und kein Apparat festhalten kann. 
Diesmal gönne ich mir ein Einzelzimmer in einem „Studio“ mit vielen Bauarbeitern, sehr ruhig, gleich hinter dem Bahnhof. Outside of the center, aber ich kann mit dem Bus ganz problemlos in die Stadt reinfahren. Das mache ich am nächsten Tag auch. Ich warte ganz brav an der ausgewiesenen Haltestelle, aber der Bus hält natürlich nicht dort, sondern 30 Meter entfernt. Der Fahrer winkt mir ganz wild zu und gestikuliert: Komm hierher zu mir. Er fragt mich sehr höflich, wo ich denn hin möchte, ich sage ins Zentrum. Als wir dort ankommen, ruft er durch den Bus: „Madame, wir sind im Zentrum. Sie können aussteigen.“ Schön. Ich bin angekommen in Stara Zagora. 
Warum bin ich überhaupt in Stara Zagora? Ich will Brutalismus. Brauche eine kleine Menschen-Auszeit. Am Rand der Stadt gibt es ein Memorial zum Gedenken an die Schlacht der Osmanen mit den Bulgaren (1877). Rund 14.000 bis 14.500 bulgarische Zivilisten kamen ums Leben, und tausende Frauen und Mädchen wurden in die Sklaverei verkauft. Mein erstes Ziel. Das Samara Flag Monument. Nachdem die Sonne hochgekrabbelt ist, bin ich ganz alleine auf weiter Flur und kann die Größe und die ganze Brutalität genießen und auch den Ausblick auf die Stadt. All das ist möglich, nachdem ich die vielen (100) Treppen tapfer bezwungen habe. Ich fühle mich ganz winzig neben den riesigen Beton-Soldaten und der Betonfahne. Die Sonne wärmt so schön, dass ich eine ganze Weile bleibe… Den Rest des Tages verbringe ich im Zentrum. Ich führe ein paar kleine, nette Gespräche (treffe eine Romafamilie, die Jungs wollen mir unbedingt ihre Ohrringe zeigen), mache Fotos, suche weiteren Brutalismus und laufe. Ich laufe und laufe. Das merkt mein Körper am Abend und ist ganz erschöpft. Diese Stadt hat irgendeinen Charme, den ich nicht benennen kann. Ich bleibe zwei Nächte, dann zurück nach Sofia. In meiner Erinnerung wird Stara Zagora immer schwarz-weiß sein. Denn alle Fotos habe ich auf Film gemacht. Und der war monochrom.
1. November 2026
Bulgarien (OKT 2026) – Plowdiw (Philippopel)
Farbfoto, Rückenansicht einer Frau mit langem schwarzem Haar in rosa Kleid mit voluminösen Rüschenärmeln, glitzernde Handtasche in der Hand, roter Teppich, Gäste, Kinder und Kameramann bei einem Fest, rosa Luftballons, Stolipinowo, Plowdiw, digital, Leica

Bulgarien (OKT 2026) – Plowdiw (Philippopel)

Ich fahre mit dem Zug, drei Stunden von Sofia nach Plowdiw. Die Sonne scheint. Der Zug ist alt, die Strecke ist alt, und der Zug fährt sehr langsam. Es gibt dieses wunderbare Sechserabteil ganz im dunklen Blau und verschiedene Momente mit Menschen, die sehr interessant und inspirierend sind. Leo spricht mich an. Er hat 16 Jahre in Münster gelebt und ist seit einem halben Jahr zurück in Sofia. Er möchte wieder in Bulgarien in seiner Heimat sein, auch wegen der Eltern und Freunde. Ich frage ihn, wie es ist, als schwuler Mann in Sofia zu leben. Er erzählt mir, dass es nicht so sicher ist wie in Deutschland, aber in der Hauptstadt eigentlich kein Problem darstellt. Wir reden eine Stunde lang. Als ich ankomme, stelle ich fest, dass dieser Bahnhof echt hübsch ist. Sonst ist der erste Eindruck eher durchschnittlich. Mein Hostel liegt in der Altstadt, und die Altstadt ist sehr touristisch. Es erinnert mich ein bisschen an Mostar in Bosnien. Das Hostel ist ganz pittoresk, ein ganz altes Gebäude, umgebaut, sehr charmant, aber auch mit sehr vielen Treppen. Wie ich überhaupt meinen Koffer in die Herberge bekommen hab, frage ich mich. Treppen, Berg, unbefestigte Straße, echt kein leichtes Ankommen. Am Abend schleppe ich mich noch kurz ins Zentrum und kaufe Wein, Snacks und Essen für die nächsten Tage ein. Wieder das böse Erwachen. Alles mindestens doppelt so teuer wie in Deutschland. Fast alles aber auch importiert. Da stellt sich eine spannende Frage: Wo sind all die bulgarischen Produkte? Am Abend gönne ich mir tatsächlich einen Döner. Der ist ziemlich „fancy“. Lange Schlange. Aber auch sehr lecker. Mit meinem Bettnachbarn aus Großbritannien trinke ich mich in meinen Geburtstag hinein. Denn auch er hat noch Wein besorgt. Wein und politische Gespräche bis in meinen Geburtstag hinein.
1. November 2026