Zeit-nah(t)-fotokunst-antjekroeger

Zeit-nah(t) – Part I

PROLOG

DAS FÜRCHTEN NICHT UND NIE DAS WÜNSCHEN
darf mir abhanden kommen, auch mein täglich sterben nicht
das seellos süchtig sein auf keinen fall
nur hirnlos reimen wie ein wicht muß beendet werden

da ist ein gott und setzt sich zwischen alle stühle
er sieht genauso aus wie ich mich fühle

Aus: Thomas Brasch, Wer durch mein Leben will, muß durch mein Zimmer.
Gedichte aus dem Nachlaß. Frankfurt: Suhrkamp, 2002.

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Zeit-nah(t) – Part I

Worte reihen sich aneinander. Eine Nadel sticht hindurch, mindestens zweimal pro Wort. Sie fädelt sie auf, an einem Faden, Wort für Wort. Wortgruppen entstehen. Die Nadel braucht Zeichen, jetzt. Wieder mindestens zwei Stiche. Worte und Zeichen formt die Nadel zu Sätzen. Sie sticht schneller: mehr Worte, mehr Zeichen, mehr Sätze. Eine Geschichte findet ihren Anfang. Die Worte fliegen, die Zeichen rennen, die Geschichte nimmt Fahrt auf. Mehr Worte, mehr Zeichen, mehr Sätze füllen die Gegenwart. Sie kommen aus der Vergangenheit und gehen auf die Reise in die Zukunft. Die Nadel ist die Herrin über diese Geschichte. Sie erzählt uns ihre Sicht auf die Ereignisse …

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24. Februar 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026