Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger

Kundalini

Sie war Teilnehmerin meines Aktworkshops am vergangenen Wochenende. Die ersten zwei Stunden nahm ich sie kaum wahr, sie saß da, sie hörte zu, sie brachte sich nicht ein. Doch dann war sie an der Reihe, ich erinnere mich noch so genau an ihre ersten Worte, fast waren diese wie eine Offenbarung, aber in jedem Fall wie das Öffnen von Schleusentoren – und von diesem Moment an war sie DA. Lange schon hat mich ein Mensch nicht mehr so tief berührt, diese Frau, die zu mir in den Workshop wegen meiner politischen Meinung kam – das waren ihre ersten Worte an mich.
Sie spiegelte einen sehr wichtigen Teil meiner Biografie (dazu gibt es sicherlich an anderer Stelle viel mehr zu sagen & zeigen.) Selten hallten so viele ehrliche, reflektierte Worte durch meine Räume. Es war für mich nur logisch, dass ich sie fragen würde, ob sie vor meiner Kamera agieren mag. Das tat sie. Und nicht nur DAS.
Ich fotografierte sie nach den Workshopstunden, wir waren alleine mit uns und unserem Thema. Aber diese kluge Frau tat noch mehr. Am nächsten Tag wurde sie zum „Workshopmodel“. Crazy! Sie stellte sich vor die Kamera in unserer Workshopsituation, vor und mit der Gruppe. Ich gebe nun schon ein paar Jahre lang Workshops, oft sind diese hochemotional, Tränen rollen und viele Grenzen werden versucht zu sprengen. Aber das war auch für mich neu. Herrlich. So viel Energie floss. Andere emotionale Begebenheiten traten in den Hintergrund. Selbst jetzt, ein paar Tage nach dem ganzen „Spektakel“, bin ich immer noch sehr gerührt und berührt. Es war auch kein Wunder, dass ich Sonntagabend, als der Workshop zu Ende ging und sie mir ihr Feedback der letzten Tage mitteilte, so viele Tränen in den Augen hatte …
Ich danke dir für diese Berührung!

Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
Kundalini
In dieser Arbeit steht der Körper einer älteren Frau im Verhältnis zu Raum und Licht. Die sitzende Haltung und die umgebende Architektur erzeugen eine klare formale Struktur. Die Fotografie bleibt bewusst offen und vermeidet emotionale oder narrative Festlegungen. Alter erscheint hier als sichtbare körperliche Präsenz innerhalb einer zeitgenössischen fotografischen Arbeit.
Kundalini
Die Fotografie zeigt eine ältere nackte Frau in sitzender Position innerhalb eines Innenraums. Die Arbeit ist formal reduziert und klar komponiert. Alter wird nicht kommentiert oder interpretiert, sondern als sichtbare körperliche Realität dargestellt. Die Künstlerin positioniert sich damit im Bereich zeitgenössischer, konzeptueller Fine-Art-Fotografie.
Kundalini
Diese Schwarzweißfotografie zeigt eine ältere nackte Frau in sitzender Haltung innerhalb eines Innenraums. Der Körper ist ruhig positioniert, umgeben von architektonischen Strukturen und gezieltem Lichteinfall. Die Arbeit verzichtet auf erzählerische Zuschreibungen und konzentriert sich auf Körperlichkeit, Raum und Präsenz. Die Künstlerin verortet sich mit dieser Arbeit im Feld zeitgenössischer Fine-Art-Fotografie.
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger
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20. Februar 2016

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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