Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger

Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen

In den letzten Tagen habe oft ich darüber nachgedacht, für wen ich diese Fotos gemacht habe: für sie, für mich, für ihre Mutter, für meine Mutter, als Denkmal oder Mahnmal oder einfach auch nur, weil es die Konsequenz aus den Geschehnissen war – wahrscheinlich ein Konglomerat aus alledem.

Ihre Mama traf mich vor nicht langer Zeit. Ihre Mama mag fotografieren lernen. Sie möchte dies, um unter anderem ihre Tochter in Bildern festzuhalten, ihre Tochter, die sie heute schön findet. Ist dies nicht selbstverständlich? Diese Mama, die auch Mensch ist, erzählte während unserer ersten Begegnung, wie sie früher haderte, wie sie ihn zerknetete, den Gedanken, ein dickes Kind zu haben. Ich war so furchtbar berührt, weil auch meine Mama sich abarbeitet(e) an dieser Tatsache, wahrscheinlich bis heute. Ich saß dieser Frau, Mutter, Fotografie-Interessierten gegenüber, hatte Tränen in den Augen, weil ich ihren Schmerz spürte und gleichzeitig an meinen erinnert wurde, aber nicht wie häufig mit einem Vorschlaghammer, sondern ganz sanft. Schnell wusste ich, dass ich ihre „Tochter“ treffen wollte. Diese persönliche Intensität in einer Zeit, die eigentlich voller Langeweile steckt.

Wir trafen uns sehr schnell, zwei Töchter, zwei Mädchen, die ähnliches erlebt hatten, zwei Menschen, die wissen, wer sie sind und vor allem, warum sie sind. Sie strahlt, und ich wunderte mich die ganze Zeit, dass wir uns noch nie begegnet waren bisher: sie zieht an, sie polarisiert, sie spricht – all das kenne ich, von mir, all das mag ich, all das ist nicht selbstverständlich, sobald man als Mensch und vor allem Frau oder Mädchen aus der funktionierenden Norm fällt. Ich mochte sie gern wie auch schon ihre Mama – und ich freue mich auf das, was noch passieren wird!

P. S. … und ich musste sehr leise schmunzeln, als sich jemand die Bilder anschaute und die ersten Worte waren: „Sie hat so ein schönes Gesicht …“ Das Aber wurde nur gedacht und nicht ausgesprochen.

dicke frau mit sehr langen haaren auf einem schwarz/weiß-foto
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ohne Pose, ohne Inszenierung.
Dieses Bild konzentriert sich auf Form, Nähe und Ruhe. Der Blick wird nicht geführt, sondern eingeladen. Eine Fotografie, die bleibt, weil sie nichts beweisen will.
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Weiches Licht, ein ruhiger Moment, ein Körper in sich selbst. Die Fotografie erzählt von Nähe und Akzeptanz und öffnet einen Raum für Identifikation. Ein stilles Bild mit großer emotionaler Tiefe.
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Dieses Schwarzweißfoto zeigt einen weiblichen Körper in ruhiger, selbstverständlicher Präsenz. Licht und Nähe betonen Formen, Texturen und Haltung, ohne zu idealisieren. Die Fotografie lädt dazu ein, Körper jenseits von Normen zu betrachten – still, ehrlich und ohne Inszenierung.
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ohne Pose, ohne Inszenierung.
Dieses Bild konzentriert sich auf Form, Nähe und Ruhe. Der Blick wird nicht geführt, sondern eingeladen. Eine Fotografie, die bleibt, weil sie nichts beweisen will.
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Die Fotografie hinterfragt gängige Schönheitsbilder, indem sie Körperlichkeit ungeschönt sichtbar macht. Licht, Nähe und Ausschnitt lenken den Blick auf das Reale und Unperfekte. Ein Bild, das Präsenz zeigt, ohne sich anzupassen.
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen

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12 thoughts on “Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen”

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28. Februar 2016

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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