Analoges Selbstporträt Scala 200 Diafilm, frontales Portrait sitzender Frau mit starrem Blick, Rechenschieber vor dem Körper gehalten, schwarze Armstulpen, weiße Unterwäsche, Mamiya 645

Eine kleine Traurigkeit


gezählt. die Tage.
unsere Tage.
1…2…6…199…203…3004…18154…
Tag für Tag.
die Zeit schreitet voran. majestätisch.
weiter und weiter.
kein Unterlass. keine Unterbrechung. keine Umkehr.
abgezählt. nachgezählt.
Zahlen. nur Zahlen.
der Abakus aus Tbilisi rechnet mit.
plus. plus. plus.
irgendwann ein Ende.
keine Perlen mehr auf der Schnur.
keine Tage mehr übrig.
Kerze aus. Licht aus. Schlaf.
ich liebe den Schlaf.
die Träume, die mich besuchen.
die schweren Lider, die sich langsam gen Licht räkeln.
ein Schlaf ohne Aufwachen?
really?
eine kleine Traurigkeit.
Frida lebte 47 Jahre.
Ingeborg auch.
17155 Tage, round about.
genug?
niemals genug.
nimmersatte Nimmersätte.
der Tod war mir gegenwärtig, seit ich ein kleines Kind war.
im Elternschlafzimmer lag und die Geräusche meiner Mutti hörte, die Wäsche wusch.
damals, vielleicht war ich 4 Jahre alt, stellte ich die Frage an mich,
wer ich war, bevor ich diese Welt enterte.
bis heute kann ich diese Frage nicht beantworten.
aber ich erinnere mich genau an das erdrückende Gefühl,
das mich seitdem immer wieder quält(e),
als diese Frage sich wieder und wieder und wieder stellte.
empty. Leere. nichts.
es macht mir Angst, dieses Nichts.
die kalte Hand, die immer um meinen Hals liegt
und langsam fester zudrückt.
1…2…6…199…203…3004…18154…
eine kleine Traurigkeit.

Analoges Selbstporträt Scala 200, Frau sitzt frontal, Rechenschieber auf dem Schoß, Gesicht im Gegenlicht überbelichtet, Kabelverschluss, schwarze Armstulpen, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Scala 200, Frau nach vorn gebeugt unter weißem Vorhang, Rückenansicht, Rechenschieber an verwitterter Wand, Mamiya 645 Mittelformat
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Diafilm Scala 200, sitzende Frau mit direktem Kamerablick, Beine zur Brust gezogen, Rechenschieber oben angeschnitten, schwarze Armstulpen, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Schwarzweißselbstporträt Scala 200, sitzende Frau mit zurückgeworfenem Kopf und Hand im Nacken, Rechenschieber im Lichtkegel, weiße Wäsche, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Diafilm Scala 200, sitzende Frau hält Rechenschieber vor das Gesicht, Kabelverschluss in der Hand, weiße Unterwäsche, schwarze Armstulpen, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Schwarzweißselbstporträt Scala 200 Diafilm, Frau zurückgelehnt mit schwarzem Handschuh zum Rechenschieber an der Wand greifend, hartes Kunstlicht, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Scala 200 Diafilm, frontales Portrait sitzender Frau mit starrem Blick, Rechenschieber vor dem Körper gehalten, schwarze Armstulpen, weiße Unterwäsche, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Schwarzweißselbstporträt Scala 200, sitzende Frau mit zur Seite gesunkenem Kopf und geschlossenen Augen, Rechenschieber an verwitterter Wand im Hintergrund, Mamiya 645
Eine kleine Traurigkeit

Film: Scala200 Diafilm, abgelaufen, Standentwicklung 18 Minuten, überbelichtet

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25. Juni 2026

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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