Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss

Attacke

Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.

Die Dämonen wanden sich in der Tasche, und sie spürte ihre Präsenz als etwas Greifbares, etwas Gefährliches, das gegen die Begrenzung drängte. Sie murmelten, flüsterten, kreisten umeinander, und zwischen dem Chaos der Stimmen glitzerte ein Vorhang, der die Bewegung der Schatten nur halb verbarg, ein trügerisches Funkeln, das Schönheit und Bedrohung zugleich versprach. Sie wusste, dass der Moment kommen würde, in dem der Brei der Dämonen der Tasche entwichen wollte.

Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss
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19. September 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026