Der April macht, was er will. Ja. Tut er. Tun soll die Sprechende und Schreibende und Denkende nach der Grundschule nicht mehr sagen, schreiben, denken. Ich tue es trotzdem und fühle mich so gleich kindlich albern. Albern sein, ist bekanntlich eine der besten Medizinen (der Medizinplural hat mich kurz aus dem Konzept gebracht!) Zurück also zum April. Denn dieser verrückte Monat sah für mich Baden-Württemberg vor. Gerade hab ich noch einmal die Karte mit den deutschen Bundesländern ganz ausführlich studiert. Um zu überprüfen, ob meine Ahnung auch der Wirklichkeit entspricht. Es ist amtlich. Noch nie in meinem Leben vorher hatten meine Füße dieses Bundesland berührt. Aber noch gewichtiger, auch noch niemals ist mein Körper hindurchgefahren. Oh, vielleicht bin ich schon einmal darüber geflogen? Das weiß ich nicht genau. Aber in den Wolken ist ja nicht mehr Baden-Württemberg, da ist Wolkenland. Es gibt ein zweites Bundesland, auf dessen Boden meine Füße sich noch nicht ausgetreten haben, das ist das Saarland. Jedoch, das ist der Unterschied, auf meinen Zugreisen nach Paris, verkehrte ich immer über Saarbrücken und konnte so aus den schmutzigen Zugfenstern einen Eindruck erhaschen, vom kleinen Saarländle. Nun, in diesem vierten Monat von zwanzig vierundzwanzig schenkte mir der April Neues, Unbekanntes. Natürlich war ich vorfreudig, jedoch nicht vorbereitet, zumindest nicht geografisch. Für meine eigentliche Aufgabe im Süden des Landes war ich gewappnet. Mentorin sein. Lehrerin sein. Trainerin. Tutorin. Wie auch immer das richtige Wort dafür lautet, was ich für Menschen TUN kann, die mich um Hilfe bitten, einen (neuen) Zugang zur künstlerischen Fotografie, zur inszenierten Fotografie zu finden oder wir gemeinsam eine individuelle Bildsprache heraus graben, um wirklich einzigartige Geschichten mithilfe der Fotografie zu erzählen. Also machte ich mich auf zu "meiner Schülerin" von Leipzig nach Stuttgart, kurzer Zwischenstopp, um zwei Friedhöfe und die Baugrube am Bahnhof zu bestaunen und dann weiter nach Ludwigsburg.