inszeniertes Selbstporträt, dicke Frau im zu engen orangenen Kleid auf dem Bett, Blick nach oben, Fliege am Hals, Pferdeschwanz mit Glocke auf der Decke, Leica

октомври

Ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Schrei. Aus den traurigen Kleidern der Kindheit war sie herausgewachsen, fast immer. Neue, viel buntere, lagen auf der Straße. Irgendwo in der Ostferne. Eines hob sie auf, orangene Provokation, sie zwängte sich hinein. Es passte nicht. Sie blieb trotzdem drin. Dick, laut, zu viel, genau richtig falsch. Der Stoff riss nicht, sie natürlich auch…(atmen)… nicht. 

Fünfzig Jahre, wenige Menschen fragten, ob sie hineinpasst, in die Welt, in die Größen, in die Erwartung. Also fragte sie auch nicht mehr. Versuchte es. Die Anstrengung legt sich in Ringen unter ihre Augen. Und dann ist sie wieder da, kurz, die Traurigkeit. Und alles nur, weil sie ein böses Kind war, sein wollte. Und nur, weil es doch Menschen gab mit so großen Erwartungen an sie, dass kein Kleid der Welt passen konnte, passen wollte. Oktober, октомври, das Laub fällt, und sie fällt mit, ganz kurz nur, und steht wieder auf. Das Kind in ihr schreit noch immer. Aber so leise, dass es in den lauteren Melodien der liebsten Menschen, die um sie kreisen, untergeht. Küsse

inszeniertes Selbstporträt im vergoldeten Spiegel, dicker Körper im orangenen Kleid mit Strassapplikation und Fliege, Hand im Haar, Leica in der Hand, Serie октомври
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inszeniertes Selbstporträt, dicke Frau mit blonden Locken im orangenen Kleid, Fliege am Hals, Arme geöffnet, Blick nach oben, Bett und Stuhl, Leica, Serie октомври
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inszeniertes Selbstporträt, Torso im orangenen Kleid, ausgestreckter Arm mit Pferdeschwanz und Glocke, Strassapplikation, Holzbett, Leica, Serie октомври
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Detailaufnahme, orangenes Kleid mit Strassapplikation am dicken Körper, Hand hält Pferdeschwanz mit Glocke, Bett und Stuhl, inszenierte Fotografie, Leica
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nszeniertes Selbstporträt, dicker Körper im zu engen orangenen Kleid, Haarknoten, müder Blick, Pferdeschwanz mit Glocke am Boden, Bett und Stuhl, Leica, Serie октомври
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inszeniertes Selbstporträt ohne Gesicht, dicke Beine in rosa Strumpfhose von hinten, orangenes Kleid auf dem Bett, Pferdeschwanz mit Glocke am Holzboden, Leica
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konstruierte Szene im Zimmer mit Holzbett, dicker Körper im orangenen Kleid liegt verdreht, Beine in der Luft, Pferdeschwanz mit Glocke am Boden, Stuhl und Teppich, Leica
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inszeniertes Selbstporträt, dicker Körper in rosa Strumpfhose, orangenes Kleid um die Hüften, Wollzopf mit Glocke wie ein Bart vor dem Mund, direkter Blick, Leica, Serie октомври
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inszeniertes Selbstporträt, dicke Frau im zu engen orangenen Kleid auf dem Bett, Blick nach oben, Fliege am Hals, Pferdeschwanz mit Glocke auf der Decke, Leica
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Selbstporträt mit Leica vor dem Gesicht, dicker nackter Oberkörper, Pferdeschwanz mit Glocke über der Brust, Holzdecke, Nahaufnahme, Serie октомври
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inszeniertes Stillleben, orangenes Kleid wie ein liegender Körper im Holzbett ausgebreitet, blauer Fliege und Pferdeschwanz mit Glocke auf dem Kissen, Fotokunst Leica, Serie октомври
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20. Oktober 2026

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026