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Dunkelkehlchen

Der Rausch läuft die Kehle hinunter. Dunkles, trockenes Rot oder zähes, milchiges Weiß. Lieber Genuss und Verdichtung als diese erzwungene Leere. Die hohlen Worte der Leute. Wie die Höhlen der maskierten Larve. Diese Worte. MIT wenig Witz, wenig Eloquenz, wenig Schönheit, wenig Wahr, wenig Echt, wenig leisen Tönen, wenig Poetik. Dafür viel Moral, viel Halbwissen, viel Nachgeplapper, viel Unkonkretes, viel Schattenloses, viel Angst, viel Laut, viel Wollen, viel Anpreisen, viel Schnell, viel Banal.

Viel viel viel. Schnell, schnell, schnell.

Nächste Serie, nächste Playlist, nächste Schlagzeile, nächste Kaffeekette, nächstes Konzert, nächste Klamotte, nächster Porno, nächster Urlaub, nächster Einkauf, nächster Geldfluss, nächstes Nachtreten, nächstes Ausruhen, nächstes Ego-Aufbegehren. 

Nächstes, nächstes, nächstes. 

Wegwerfen. Neu. Wegwerfen. Okay. Gebraucht. Neues Denken? Fehlanzeige. Wandeln auf ausgetretenen Pfaden. Nur die Kostümierung ist eine andere. Der Kaiser*in neue Kleider. So ist der Kapitalismus doch gut ertragbar. Die Konsum-Kaiser*in. Wann sprechen wir endlich über Konsum-Identität? Digital-Identität? Mensch und Identität?

Alles neu machen die Möglichkeiten? Vielleicht. Vielleicht aber machen sie auch faul. Faul im Denken, faul im Sein, faul im Aushalten, faul im Nachsicht-Üben, lernfaul. 

Faul. Faul. Faul.

Im Rausch der Gedanken schreibe ich mich in Rage. Gerade. Weil mich all das so sehr langweilt. So offensichtlich. So naheliegend. So klar. Deswegen funktioniert es. Natürlich. Auch. 

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2. September 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026
Der Garten der verzweigten Lichter
Frau in fliederfarbenem Kleid lehnt tanzend an Baumstamm im Wald, Arm ausgestreckt, Efeu und Dickicht, inszenierte konzeptuelle Farbfotografie

Der Garten der verzweigten Lichter

Das Holz knackt morschtrocken. Kein Lüftchen weht. Auch kein laues. Die Wipfel der halbstarken Bäume haben sich zu einer Krone vereinigt, sie lassen wirklich wenig Licht hindurch. Wenn aber, dann schießt es wie Patronensalven auf alles Sein und kreiert harte, herrliche Schatten. Liebstes Schattenlicht. Aus dem Revolver der Sonne. Das ist die Welt im Garten der verzweigten Lichter. Der Efeu rankt, abgebrochene dünne und auch dicke Äste liegen wie Stolperfallen auf den nicht vorhandenen Wegen.
17. September 2026
Im Fragment
Analoges Porträt mit halb grünem, halb rötlichem Farbverlauf, wacher Blick, weißes Kleidungsstück am Hals, konzeptuelle Fotografie über Licht und Fragmentierung

Im Fragment

Zeit vergeht. Läuft. Keine Rücksicht. Das Ende rückt näher. Ticktack, zappzerapp. Der Anfang längst vergessen. Das Außen gerät durcheinander, nicht zum ersten Mal, und ordnet sich wieder, nicht zum ersten Mal. Schwäche wird abgelöst durch Stärke, und andersherum. Ein Kreis, ein ewiger Kreis. Erschöpfung trifft auf Leichtigkeit und Spieltrieb.
13. September 2026