nefspiçûkî

Wir trafen uns irgendwann einmal online. Unter seinem Foto mit diesem Bart stand: „Ich bin kein Terrorist!“ Das fand ich lustig. Eines Abends begegneten wir uns offline. Wir redeten, so viel, über seine Heimat -den Irak-, seine Flucht, die solange zurück liegt, über Krieg und Religion, Drogen und Tanzen – und den Tod.
Danach verloren wir uns. Über meine Fotografie fanden wir uns wieder. Er liebäugelte mit meiner Kamera. So begegneten wir uns wieder, viele Monate später. Redeten wieder, über die Menschen um uns herum, über die Stärke und Schwäche des Individuums, den Rausch…die Demut. Nicht im sexuell, erotischem Kontext, nicht im religiösen Sinne. Wir beide dachten an die gleiche Demut, die, an diesem Platz sein zu dürfen, in dieser Sicherheit, in diesem Überfluss. Eine Form der Dankbarkeit, die nicht devot oder schwach ist, sondern damit einhergeht, nichts für selbstverständlich zu halten, zu danken für etwas, wofür wir nichts bewusst taten, ein Geschenk quasi.

Ich wusste ziemlich schnell, dass ich dies zusammen mit seiner Vorliebe für schwarz/weiß und einem formalen Minimalismus fotografisch umsetzen wollte/musste…

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16. Oktober 2018

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026