Antje Kröger | Fotokünstlerin

Entsicherung

Posted by on Nov 23 2014

Ent.sichert. Das war meine und Sandras Reise (ich hab heut gelernt, dass sich die Italiener immer zuerst nennen, bin ich ab jetzt einfach eine Italienerin und kein Eselchen). Im Sommer war die fesche Dame bei einem meiner Workshops und an diesem Winterwochenende schon auf meinem Dach. Ich erinnere mich noch, dass ich vor ein paar Monaten vor dem Workshopatelier stand, sie mit ihrem Koffer laut über die Straße rollte und ich so dachte, “coole Socke”. Nun besuchte sie mich in Leipzig und wir gingen zusammen auf fotografische Reise im “Theoretischen”, aber auch im Praktischen. Toller, toller Mensch, Zeit, die im Fluge verging und alles auf Wiederholung gepolt.

Übrigens: Für 2015 gibt es auch schon einen Workshopplan, ich biete unter anderem zwei 3tägige ” Meisterklassen”  an, auf die ich mich besonders freue.

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Entsicherung

Das Kleid

Posted by on Nov 14 2014

Immer wieder werde ich überrascht von den Menschen und das ist gut so. Vor einem halben Jahr zirka hatte ich ein sehr wunderbares Telefonat mit jemandem, der einen Gutschein für ein Fotoshooting bei mir verschenken wollte. Gesagt, getan. Vor ein paar Tagen kam die Beschenkte zu mir und hatte ihr Hochzeitskleid dabei. Da staunte sogar ich nicht schlecht. Es war nichts abgesprochen, aber es fühlte sich total richtig an. Wahrscheinlich nicht nur ihr runder Geburtstag vor einem halben Jahr, sondern auch nach so langer Zeit wieder in das Kleid zu steigen, hatte seine Bedeutung. Ich mag ein paar Bilder hier zeigen, nur ein kleiner Einblick, weil alles andere privat ist & bleibt.

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Das Kleid

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Das Kleid

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Das Kleid

Kinder des Lichts

Posted by on Nov 12 2014

Bereits im Sommer war ich Fotografin bei einem spannenden Projekt in Berlin. Kinder eines Jugendclubs wünschten sich ein Fotoshooting. Da ich mit einer der Sozialarbeiterinnen befreundet bin, ging es irgendwann ruckzuck. Aber ich mag nicht so viele Worte verlieren. Calien hat einen wunderbaren Text zu den Bildern geschrieben.

 

Die Entzweiung meines Abbildes

Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, nichts könnte eine größere Kluft schlagen als diese zwei

Worte, die sich entfremden, sich fernhalten voneinander.

Zu kämpfen haben wir mit diesen zwei Wörtern, mit der Zeit und der Veränderung und im Vergleich

mit all den Anderen.

Akzeptanz und die Liebe zu sich selbst ist unser größter Gegner, ein wahrer Feind und der

erstaunlichste Schatz, den wir finden können.. ein Schatz so wertvoll wie kaum ein Anderer.

Suche, stolpere, steh auf, falle, finde, begib dich auf die lebenslange Suche, denn es lohnt sich!

Das Projekt „Kinder des Lichts“ ist im Rahmen einer öffentlichen Berliner Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche entstanden. Die Idee dahinter ist simpel, es muss neben dem täglichen Betrieb auch ab und zu etwas Besonderes geben. Die Ideen der Kinder stehen dabei im Vordergrund. Aus den kreativen Köpfen der Kinder entstand der Titel „Kinder des Lichts“, abgeleitet von dem Namen unserer Einrichtung Schülerclub „Lichtpunkt“. Das Thema „Entzweiung meines Abbildes“ entstand quasi erst beim Fotoshooting und bei der Sichtung der Bilder. Uns ist aufgefallen, dass einige der Kinder/Jugendlichen Schwierigkeiten mit ihren eigenen Abbildern und ihrem Auftreten haben. „Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung, nichts könnte eine größere Kluft schlagen als diese zwei Worte“. Die Idee ist es mit dem Bild in Farbe die Interaktion mit dem Gegenüber darzustellen und im Kontrast dazu in schwarz/weiß die Interaktion mit sich Selbst. An dem Projekt haben insgesamt 13 Kinder im Alter von 10-15 Jahren teilgenommen.

Dank vieler netter Menschen, die uns unterstützen, wurde die Sache zum Selbstläufer. Zu der befreundeten Fotografin Antje Kröger gesellte sich noch die Schwester eines Clubkindes, Franziska Grünwald, als Make-up Artist zur Verfügung. Durch Gangway e.V./ Demokratiefonds wurde das Ganze finanziell unterstützt. Höhepunkt unseres Fotoprojektes war die Fotoausstellung am 07. November um 17.00 Uhr im Café Maggie in der Frankfurter Allee 205.

Eine Idee; unglaublicher Aufwand hinter den Kulissen

Das Aufsetzen eines Vertrages, Organisation, Koordination und Terminfindung, regelmäßige Absprache mit der Fotografin und der Make-up Artistin, das Fotoshooting am Wochenende, Treffen mit Gangway, Besichtigung des Ausstellungsraumes, Bearbeitung und Druck der Fotos, Terminfindung und Vorbereitung der Ausstellung, Einladungen etc. Viele dieser Aufgaben erledigten wir in unserer Freizeit.

Der Tag des Fotoshootings selbst war teilweise unstrukturiert und wir würden es heute sicherlich etwas anders machen. Wir haben uns im Vorfeld zu wenig mit den Kindern zusammengesetzt, um den Ablauf genauer durchzusprechen. Wir haben den Tag auf uns zukommen lassen, mit dem Ergebnis, dass es immer wieder etwas zu beanstanden gab und mit einigen Vorstellungen nicht konträr ging. „Wie gehe ich damit um, wenn auf einmal etwas von mir verlangt wird?“ Ein Kontext, den es in unserer Einrichtung selten gibt. Ein Shooting bedeutet viel Rücksichtnahme auf den Einzelnen, Bereitschaft sich auf Sachen einzulassen, in sich zu gehen und Konzentration über lange Zeit. Auch wenn die Stimmung nicht immer die Beste war, hoffen wir dennoch, dass Jeder für sich etwas mitnehmen konnte. Sei es aus den vielen Einzelgesprächen oder das schöne Foto, dem Essen oder der Spaß im Garten, die Aufmerksamkeit um jeden Einzelnen, die Mühe und Gunst aller Beteiligten.

In diesem Sinne möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei Antje Kröger, Franziska Grünwald und Gangway e.V. bedanken.

Calien Oftring, Sozialarbeiterin

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Kinder des Lichts

Alte Seele Sommervogel

Posted by on Nov 02 2014

Alles Sichtbare ist Ausdruck, alle Natur ist Bild, ist Sprache und
farbige Hieroglyphenschrift…

… Denn der Schmetterling ist ja etwas Besonderes, er ist ja nicht ein Tier wie alle anderen,
er ist eigentlich überhaupt nicht ein Tier, sondern bloß der letzte, höchste, festlichste und zugleich lebenswichtigste Zustand
eines Tieres. Er ist die festliche, die hochzeitliche, zugleich schöpferische und sterbensbereite Form jenes Tieres, das vorher
schlafende Puppe und vor der Puppe gefräßige Raupe war. Der Schmetterling lebt nicht, um zu fressen und alt zu werden, er lebt
einzig, um zu lieben und zu zeugen, dazu ist er mit einem unerhört prachtvollen Kleide angetan, mit Flügeln, die viele Male größer
sind als der Leib und die in Schnitt und Farben, in Schuppen und Flaum, in einer höchst mannigfaltigen und raffinierten Sprache
das Geheimnis seines Daseins ausdrücken, nur um es intensiver zu leben, um das andere Geschlecht zauberischer und verführerischer
zu locken, das Fest der Fortpflanzung strahlender zu begehen.

Hermann Hesse. Schmetterlinge

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Alte Seele Sommervogel

Anna Bineta Diouf, Sängerin

Posted by on Okt 20 2014

Das Herbstlicht zauberte einen Hauch Kuba in das gemeinsame Arbeiten. Bineta und mein Zusammenkommen war auf einmal doch sehr spontan, obwohl wir vor ein paar Monaten doch schon so viele E-Mails hin- und herschickten. Und dann noch der Streik der Lokführer. Alles war aufregend, spannend, intuitiv und vor allem sehrsehr spontan. Manchmal redeten wir zuviel, das Licht ermahnte uns dann zum Weitermachen. Manchmal bastelten wir lange herum am Motiv, aber immer hatten wir eine Menge gemeinsame Ideen und vor allem Lust auf Arbeit. Irgendwann war es sehr dunkel und der Hunger war gross. Zusammen kochten wir (der Streik, der Streik, Bineta fuhr erst am nächsten Morgen wieder in ihre Heimat) & machten uns über die Fotos her, kritisch und sehr produktiv. Schön, wenn sich Arbeit so wenig nach Arbeit anfühlt. Eine kleine Auswahl mag ich gern zeigen…

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Anna Bineta Diouf, Sängerin

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Anna Bineta Diouf, Sängerin

Gewöhnung ist ein Einschlafen

Posted by on Okt 17 2014

Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode erschreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt werden und unversehens verflogen sein. Gewöhnung ist ein Einschlafen oder doch ein Mattwerden des Zeitsinnes, und wenn die Jugendjahre langsam erlebt werden, das spätere Leben aber immer hurtiger abläuft und hineilt, so muß auch das auf Gewöhnung beruhen. Wir wissen wohl, daß die Einschaltung von Um- und Neugewöhnungen das einzige Mittel ist, unser Leben zu halten, unseren Zeitsinn aufzufrischen, eine Verjüngung, Verstärkung, Verlangsamung unseres Zeiterlebnisses und damit die Erneuerung unseres Lebensgefühls überhaupt zu erzielen.

Thomas Mann, Zauberberg

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Gewöhnung ist ein Einschlafen

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Gewöhnung ist ein Einschlafen

Sprechende Tiere

Posted by on Okt 11 2014

“Durch Sprache werden wir zu Wesen, die begründen können, was sie sagen – also zu denkenden, vernünftigen Wesen. Als solche sind wir fähig, das, was uns begegnet, aus seinen Bedingungen heraus verständlich zu machen. Bedingungen kennen heißt, Gesetzmäßigkeiten zu kennen, und die Idee der Gesetzmäßigkeit können wir nur haben, wenn wir darüber nachdenken können, was möglicherweise und was notwendigerweise der Fall ist. Auf diese Weise ist Sprache die Quelle von gedanklich transparenter Erfahrung einer verständlichen Welt…

Aus der Erfahrung der besonderen Wachheit, die entsteht, wenn wir das, was wir fühlen und denken, in Worte fassen. Vieles, was wir erleben, taucht auf und verschwindet wieder, ohne dass wir es recht bemerken, und nicht selten wuchert es in uns gerade deshalb besonders heftig. Eine Erfahrung zur Sprache zu bringen verhindert, dass wir nur ihre Opfer sind; wenn wir Worte dafür finden, entsteht eine erkennende Distanz, die wir als befreiend erleben. Auch das zeigt: Sprechende Tiere leben mit sich selbst ganz anders als stumme Tiere.”

Peter Bieri, Philosoph

zu sagen, wie es zu erreichen ist, sprache unter die menschen zu bringen, damit sie sich weiten, dehnen in ihrer ausdrucksfähigkeit und lust bekommen sich mitzuteilen, ist nicht einfach, vielleicht sogar unmöglich. dazu müsste es mehr menschen geben, die ‚der sprache mächtig’ sind…(zitiert)

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Sprechende Tiere

Der Schelm (eine Fortsetzung)

Posted by on Sep 28 2014

Wo komm’ ich her? Wo geh’ ich hin? Diese Frage habe ich in diesem Sommer dem ein oder anderen gestellt. Meine Liebe zur Fotografie entstand in der Dunkelkammer. Da komm’ ich her. Stunden um Stunden beobachten, staunen, entwickeln. Ich hab lange auf Film fotografiert. Und ich hab wieder viel zu lange wieder nur digital gewerkelt. Deshalb ist so ein kleiner Zwang gar nichts Schlechtes, wenn die Digitalen gerade nicht zur Verfügung stehen. Mein Schelm schlägt sein zweites Kapitel auf. Er geht auf Reisen und nimmt Abschied, vorerst.

Sein erstes Abenteuer ist hier zu sehen: http://www.antjekroeger.de/fotograf_leipzig_antje_kroeger/der-schelm/

-für meinen Bruder-

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Der Schelm (eine Fortsetzung)

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Den Menschen sehen

Posted by on Sep 25 2014

Überall im Jahr 2014 prangerte für mich das Wort “Mensch”. In meinen Workshops mehr denn je, in Projekten, an denen ich noch regelmäßig arbeite und die irgendwann auch aus der Schublade an die Öffentlichkeit wollen, in meinem privaten Leben. Aber wie nähert man sich dem Mensch, dem Freund, dem Kollegen fotografisch? Eine lehrreiche Aufgabe. Eine kommunikative Lehrstunde, ein Experiment. Ich weiß, dass sich meine Arbeitsweise von all den anderen Fotomenschen unterscheidet – das fotografische Gespräch hat sich für mich etabliert.

Johannes*

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Den Menschen sehen

Schatten werfen keine Schatten

Posted by on Sep 24 2014

Denn wir wissen ganz bestimmt
Dass wir beide Schatten sind

Diese werfen diese nicht
Man kann sich selber nicht erlangen
Der Grund vor uns war schwarz vor Augen
Wir verlangen eine Wiederholung dessen
Gegen das Vergessen
Was wir waren
Noch vor Jahren

Tocotronic

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Schatten werfen keine Schatten

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Schatten werfen keine Schatten

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Schatten werfen keine Schatten

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Schatten werfen keine Schatten

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Schatten werfen keine Schatten