Antje Kröger | Fotokünstlerin

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Posted by on Jan 21 2016, in Food, Workshop

Foodfotografie Antje Kröger

So ein Foodworkshop ist eine wahre Herausforderung: Reden, Schnippeln, Kochen, Komponieren, Fotografieren, Aufräumen, Essen usw. Und es war noch mehr Herausforderung mit vier jungen Damen, die nicht nur Anfängerinnen waren, sondern – wie heißt das Wort vor Anfänger? Alle vier wussten nichts über ihre Kameras, wie sie damit umgehen sollen/können/wollen. So legte ich den Hauptaugenmerk auf die Komposition und bin stolz darauf, dass wir es dennoch geschafft haben, winterlich kreativ zu sein… und geschmeckt hat es zum Glück auch noch. Es ist noch Luft nach oben, das Foodworkshop-Konzept zu verbessern, im Mai gibt es dafür die Möglichkeit, dann wird es ein frühlings-duftendes Menü geben, das in Szene gesetzt werden mag. Möchtest Du  mehr Informationen, klicke hier…

Das winterlich-kulinarisches Ensemble: Eine zimtig, lang gekochte Birnensuppe und eine Rote-Bete-Eierkuchentorte gefüllt mit einer Mischung aus Petersilienpesto und Frischkäse; ein warmer Kartoffel,-Rüben,-Möhrensalat mit selbst geschlagener Mayonnaise & dazu eine Mischung aus Feldsalat, Postelein, Hirschhornwegerich und Blutorangen; selbstgemachte Schokolade mit verschiedenen Salzen & Pfeffersorten

Alle Zutaten wurden frisch auf dem Markt gekauft, die Rezepte sind meine eigenen Kreationen bzw. sind aus meiner Familie abgeguckt und verfeinert*

Foodfotografie Antje Kröger

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Birnensuppe ist leicht gekocht. Wasser in einen Topf geben, zwei bis drei Birnen schälen, in Würfel schneiden und ab ins Wasser. Das ganze auf kleiner Flamme köcheln lassen, gerne ein bis zwei Stunden. Dazu kommt kurz vor dem Servieren Zimt und Meersalz. Bevor die Suppe gegessen werden soll, noch ein wenig Birnensaft dazugeben und weitere Birnenstücke. Die Birnensuppe mit Stärke andicken und schon ist sie bereit, zum gelöffelt werden. Wichtig ist, dass sie heiß auf den Tisch kommt! Meine Oma hat früher Mehlklösse in die Suppe laufen lassen, manchmal wurde sie mit Milch vermischt. Zu unserer winterlichen Birnensuppe gehört die Rote-Bete-Torte mit Persilienpesto und Frischkäse gefüllt.

Die Birne ist übrigens ein Kernobstgewächs und gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie hat weniger Fruchtsäure als Äpfel. Durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen sättigen Birnen schnell und fördern die Verdauung. Die Birne ist ein guter Ballaststoff-Lieferant, außerdem enthält sie Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe, Folsäure und Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium.

Foodfotografie Antje Kröger

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Auch die Eierkuchen sind leicht gemacht. Anstatt nur Milch dazuzugeben, mische ich Milch und Rote-Bete-Saft. Für fünf Personen: 4 Eier, 200 g Weizenmehl, 200 ml Milch, 200 ml Rote-Bete-Saft, Salz, etwas Natron. Die Masse wirklich lange verrühren und anschließend in einer guten Pfanne backen. Wichtig ist, dass die „roten“ Eierkuchen auf kleinster Flamme gebraten werden, damit sie nicht braun oder gar schwarz werden können, ich benutze dafür Kokosöl.

Die „grüne“ Mischung der herzhaften Torte besteht aus Petersilienpesto und Frischkäse. Petersilie ist reich an Chlorophyll. Damit kann sie unser Blut reinigen, neues Blut bilden sowie Leber und Nieren bei der Entgiftung unterstützen. Kaum eine andere Obst-, Gemüse- oder Kräutersorte ist so Vitamin C-reich, wie es Petersilie ist (ein Bund hat 4! mal so viel Vitamin C wie ein halbes Kilogramm Orangen).

Für das „grüne“ Pesto gebe ich in einen Mixer: ein Bund Petersilie, Olivenöl (ich habe eines von der letzten Ernte in Italien benutzt), grobes Meersalz und schwarzen Pfeffer, Kürbiskerne. Später kommt ein Frischkäse nach Wahl hinzu. Diese Masse wird immer auf einem Eierkuchen verteilt, schön stapeln die Eierkuchen. Zum Schluss die Torte in der Mitte teilen und beide Teile übereinander setzen. Zusammen mit der zimtigen Birnensuppe ist diese „grün-rote“ Eierkuchentorte eine wunderbare Vorspeise im kalten Winter.

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodfotografie Antje Kröger

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Der warme Kartoffel,-Rüben,-Möhrensalat ist ein kreatives Potpourri. Ich nehme einfach die Zutaten, die ich auf dem Markt bekommen kann. Bunt muss er sein, das ist wichtig, gelbe oder rote Möhren, Pastinaken, verschiedene Kartoffelsorten, Rote Bete. Alle Zutaten kurz kochen, damit sie noch Biss haben, nicht in zu kleine Stücken schneiden, dazu gibt es eine selbst geschlagene Mayonnaise (ein Eigelb und 1 Esslöffel Senf und etwas Salz miteinander vermengen, nach und nach Olivenöl hinzugießen, solange bis eine homogene Masse entsteht, wer mag, kann auch noch einen Spritzer Zitronensaft und Pfeffer hinzugeben.) Alle Gemüse in eine große Schüssel geben, die Mayonnaise dazu und mit den Händen vermengen. Der Salat schmeckt warm sehr delikat, kann aber auch kalt verspeist werden.

Zum warmen Salat gibt es einen kalten Salat aus winterlichen Feldsalat, Postelein und Hirschhornwegerich. Postelein – Indianersalat, Portulak, Kuba-Spinat, Tellerkraut, Postelein: Unter verschiedenen Namen verbreitet sich seit kurzer Zeit ein Gemüse auf dem deutschen Markt, das hier vorher fast unbekannt war. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ihre tiefgrünen fleischigen Blätter wirken wie eine Mischung aus Feldsalat und Spinat. Postelein enthält viel Vitamin C, Calcium, Magnesium und Eisen. Hirschhornwegerich wird in Italien als Salat oder Gemüse genutzt, wo er unter dem Namen Piantaggine barbarella, Erba Stella oder Minutina zu finden ist. Man liebt in der Toskana besonders die jungen Blätter als sowohl dekorative als auch schmackhafte und knackige Salatvariante, sowohl solo als auch im Verein mit anderen Blattsalaten. reich an Vitamin A B1 und C. Alle Salate zusammen in eine schöne Schüssel geben, dazu Pfeffer und Salz, Lavendelessig und Olivenöl. Zum Schluss noch Spalten von Blutorange und den Saft einer Blutorange und verschiedene Kerne oder Samen dazu (ich verwende Hanfsamen).

Den kalten und den warmen Salat gemeinsam auf einen Teller geben und die verschiedenen Geschmäcker genießen.

 

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Schokolade, das süße, herbe Dessert selbst zu machen, ist einfach. Ich nutze dafür fünf Zutaten: Kakaobutter, Kokosöl, Agavendicksaft, Bourbon-Vanille-Extrakt, Kakaopulver in Rohkostqualität. In einen Topf auf kleiner Flamme Kakaobutter und Kokosöl geben. Sind die Fette flüssig, kommen der Agavendicksaft und die Vanille dazu, zum Schluss das Kakaopulver. So viel Kakao dazugeben, dass eine dickliche Masse entsteht. Jeder kann natürlich selbst kreativ sein, z. B. könnte man auch noch Rosenwasser oder Kokosflocken oder Mandeln oderoderoder hinzugeben.

Die zähe Masse gieße ich in Schokoladentafel-Formen, die ich hier bestellt habe. Man kann aber auch Eiswürfelformen benutzen oder einfach Butterbrotpapier auf ein Backblech legen und die Masse dort auslaufen lassen. Meine Winterschokolade wurde mit verschiedenen Salzen (Kaffee-Zimt und Fleur de Sel) und rosa Pfeffer gewürzt. Ein paar Tafeln bekamen auch noch klein geschnittene getrocknete Dattelstücke geschenkt. Süß und salzig, spannend!

 

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Foodworkshop: Ein winterlich-kulinarisches Ensemble

Comments

  • Marlene

    ich finde es immer wieder unglaublich, wie es dir gelingt, selbst in der kulinarischen Welt die tiefste Erotik, in einer einzelnen Birne die größte Fülle zu sehen und sichtbar zu machen. Herzliche Grüße!

  • Simon

    vielen Dank für den Beitrag. Super geniale Bilder mit einer sehr schöne Bildgestaltung und Farben.

    Gruß Simon

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